Das nagelneue Testament

28. Juni 2012

Wissenschaftliche Beweisführung?

Filed under: Uncategorized — nagelneuestestament @ 14:36

Wie wir ja alle im großen Märchenbuch nachlesen können, fußt die Religion auf dem Glauben. Also einer Form des sich-etwas-Vorstellens-ohne-Beweise-zu-haben. Meist ist das Ergebnis allerdings anders als gewünscht, speziell im Falle des „Ich glaube, ich habe im Lotto gewonnen“. Wollen wir uns jetzt einfach mal rein wissenschaftlich einer Beweisführung annähern.

Nehmen wir an, es gäbe Gott. Nehmen wir auch an, er habe den Menschen erschaffen und ihn mit den notwendigen Grundausstattungen bedacht. Arme, Beine, Geschlechtsorgane und Hirn. Bei letzterem allerdings hatte schon der Budgetplaner das Mitspracherecht und daher wurde dort gespart.

So, nun nehmen wir mal an, dass Gott als Schöpfer dem Menschen auch Intelligenz verpasst hat. Sollte man ja annehmen, ansonsten würde er ja diese Säugetierart nicht als Krone der Schöpfung bezeichnen. Oder glauben (sic!) Sie, dass Gott intelligentes Leben von minder intelligentem Leben regieren ließe? Nein? Sehen Sie. (Obgleich, wenn ich mir da diverse Regierungen anschaue, könnte ich leichtenst vom Gegenteil überzeugt werden). Gut. Also hat der Herr wohl Intelligenz verteilt.

Jetzt nehmen wir einmal an, dass der Mensch seine Intelligenz nicht nur dazu nutzt, irgendwelchen anderen Menschen, die in Rom in einem Palast wohnen und sich als Stellvertreter Gottes‘ Sohnes ausgeben, Reichtümer in den Rachen zu werfen, sondern die Intelligenz dazu nutzt, hinter alle möglichen Arten von Geheimnissen zu kommen. Aus was ein BigMac besteht, beispielsweise, oder was das Schwimmbadwasser gelb einfärbt. Oder auch die Zusammensetzung von Speisesalz. Nun könnte jener intelligenzbesessene Mensch aber auch versuchen, die Existenz Gottes zu prüfen und gegebenenfalls zu beweisen. Und würde darauf kommen, dass Gott eine reine Einbildung, eine erfundene Geschichte ist. Denn bislang gibt es keinen Beweis Gottes.

Und so kämen wir zu zwei möglichen Lösungen:
– Erstens: Gott existiert. Daraus folgt aber, dass Gott keine Intelligenz verteilt hat, denn sonst wäre es ja möglich, seine Existenz zu beweisen. Ergo: wenn Gott existiert, ist der Mensch nicht intelligent.
– Zweitens: Gott existiert nicht. Die dem Menschen eigene Intelligenz reicht absolut aus, dies zu erkennen und auch zu beweisen. Also: wenn Intelligenz existiert, gibt es keinen Gott.

Welche Lösung bevorzugen Sie?

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9 Kommentare »

  1. Die Dritte – der Mensch ist dumm, daher gibt es keinen Gott (deckt sich btw auch mit meinen alltäglichen Beobachtungen, ich bin sehr für experimentell nachprüfbare Thesen).

    Ein Ebenbild eines (notwendigerweise intelligenten) Gottes wäre ebenfalls intelligent – das ist der Mensch aber nicht,
    demnach kann er kein Ebenbild eines schöpferischen Gottes sein. Von da aus ist es nur noch ein Steinwurf zur Nichtexistenz dieses Gottes.

    Kommentar von Schattenpriester — 28. Juni 2012 @ 20:50

  2. Sie machen mehrere Fehler. Zwei davon: erstens repräsentiert der Bischof von Rom nicht die Christenheit und zweitens hat Gott dem Menschen nicht nur Intelligenz, sondern auch einen eigenen Willen, ergo Entscheidungsfreiheit gegeben. Die Fehlbarkeit des Menschen ist der Grund des Übels, nicht die Gottes. Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Freude beim Betrachten und Pflegen des Spiegels ihrer Seele!

    Kommentar von Michael — 31. Juli 2012 @ 16:45

  3. Nun, der Bischof von Rom mag nicht die gesamte Christenheit repräsentieren, aber manchmal gewinnt man schon den Eindruck, dass er dies anstrebt. Damit wären wir allerdings beim zweiten Punkt, dem freien Willen des Menschen angelangt. Und der Fehlbarkeit desselben. Jetzt stehen wir vor dem Dilemma: der Papst ist Mensch, ausgestattet mit einem eigenen Willen. Also fehlbar. Umgekehrt ist aber der Papst unfehlbar. Was trifft zu bei diesem gegenseitigen Ausschluss von Fähigkeiten? Oder wollen Sie behaupten, der Papst wäre unfehlbar, was voraussetzte, er habe keinen eigenen Willen, wäre also kein Mensch? Und weshalb wird dann ein Willenloser auf den Stuhl Petri gehievt? Logische Folgerungen führen hier zwangsläufig zu sich ausschließenden Ergebnissen, da stimmen Sie mir doch bestimmt zu?

    Kommentar von nagelneuestestament — 31. Juli 2012 @ 19:03

  4. Na du machst es mir ja einfach. Wir wissen doch beide, dass der römische Bischof ausgesprochen nicht unfehlbar ist.Da muss ich ja nicht einmal in meinem Glauben ein Wänkelchen finden…

    Kommentar von Michael — 31. Juli 2012 @ 22:04

  5. Gut. Wenn ich Sie richtig verstehe, dann ist Gott unfehlbar. Der Mensch allerdings, da mit Entscheidungsfreiheit ausgestattet, fehlbar. Rein logischer Umkehrschluss daraus ist, dass Gott keinerlei Entscheidungsfreiheit besitzt, sonst wäre seine Unfehlbarkeit nicht gegeben. Oder anders an die Sache herangegangen: Gott besitzt Entscheidungsfreiheit, aber alles, was er macht, ist richtig? Nun, wozu dann Entscheidungsfreiheit, wenn es so oder so richtig ist? Das Prinzip des Ausgleichs, das Gut-Schlecht-Prinzip fehlt dort. Ist wie in der Chemie, der Medizin, beim Essen: zuviel von nur einer Sache wirkt am Ende schädlich.
    Sollte aber nun Gott wirklich unfehlbar sein (so es denn einen Gott gibt), dann muss er wohl weder einen eigenen Willen noch Entscheidungsfreiheit haben, um unfehlbar zu sein. Nur: wer kontrolliert dies? Gibt es noch eine höhere Instanz als Gott?
    Sollte Gott indes fehlbar sein (und den Menschen nach seinem Bilde erschaffen haben – Evolution, ab in die Tonne!), dann sind einige der Gottesgebote auf jeden Fall zu hinterfragen. Beispielsweise die aktuelle Diskussion über Beschneidung. Wenn Gott unfehlbar ist, weshalb erschuf er den Mann mit Vorhaut? Damit der Mensch was zum Abschnibbeln hat? Und weshalb nur dem Mann und nicht der Frau? Und wieso die Vorhaut, die sowieso niemand als „Glaubensbeweis“ öffentlich sieht? Man hätte doch auch als Glaubensbeweis einfach jedem Baby, egal, ob Männlein oder Weiblein, gleich mal nach der Geburt eins von beiden Auge ausstechen können? Mit der Begründung, dass „es Gott gefallen habe, so seinen wahren Glauben zu apostulieren. Auch zeige dies, dass man sich in Bescheidenheit hülle, um nicht Gottes Schöpfung erkennen zu können und ihn so herauszufordern. Ein Auge reiche, um das göttliche Wunderwerk in dem Maße zu sehen, welches dem Menschen genüge.“ Wären die Sätze in Anführungszeichen in einem uralten Buch gestanden, das gute 2000 Jahre auf dem Buckel hat, was meinen Sie, wie viele optische Verstümmelungen gäbe es heute?

    Kommentar von nagelneuestestament — 1. August 2012 @ 12:06

  6. Lustige Diskussion hier….

    Das ist die Umkehrung der Beweislast und das ist allgemein in Demokratien verpönt, weil es immer schwieriger ist etwas zu beweisen, als zu beweisen dass etwas nicht ist.

    Wenn mir jemand beweisen kann, dass es Gott gibt, werde ich die erste sein die regelmäßig in den Gottesdienst geht, aber solange noch keiner diesen Beweis erbracht hat, gibt es für mich keinen Gott dem ich dienen muss…

    Btw… ich muss los. Ich habe einen Termin mit Harry Potter. Es schleichen noch ein paar Death Eater herum die man dingfest machen muss…

    Kommentar von ladycrooks — 9. August 2012 @ 14:10

  7. Ähm nochmals… Ich habe mich da oben missverständlich ausgedrückt.
    Es ist schwieriger zu beweisen, dass man keinen Mord begangen hat, als zu beweisen, dass es jemand getan hat.

    So auch: Wie soll ich also beweisen können, dass es Gott nicht gibt. Umgekehrt: Hat schonmal jemand bewisen, DASS es ihn gibt?

    Nein!
    Also

    Kommentar von ladycrooks — 9. August 2012 @ 21:25

  8. als ein mit dummheit geschlagener fällt mir nur ein :
    ein gott, der seine geschöpfe bei androhung drastischster strafen zur unbedingten verehrung und anerkennung zwingt, ihnen aber die fähigkeit verwehrt, von ihnen erkannt zu werden, kann kein kluger gott sein …
    da er uns nun aber (wie geschrieben steht) nach seinem bilde erschaffen hat, können wir es naturgemäß auch nicht sein …
    in meiner gottgewollten dummheit würde ich vielleicht so sagen :
    dummheit regiert die welt …
    PS : zur „unfehlbarkeit“ des genossen Papst empfehle ich den beitrag vom 30. november aus den „pjerunischen blog“ ( http://bubi40.twoday.net/?day=20121203 )

    Kommentar von Josef — 18. Dezember 2012 @ 11:56

  9. @ladycrooks Besser kann man es kaum sagen
    „ein gott, der seine geschöpfe bei androhung drastischster strafen zur unbedingten verehrung und anerkennung zwingt, ihnen aber die fähigkeit verwehrt, von ihnen erkannt zu werden, kann kein kluger gott sein …“

    Denn dieser unfehlbare all-wissende Gott ist nichts weiter als ein dummer ungebildeter
    Religiot in seiner Funktion als Priester. der verzweifelt versucht seine Einkünfte aus Erpressung und Nötigung zu retten

    Papst Innozenz III (1198-1216 n.C. Lotario dei Conti die Segni) verbietet die Bibellektüre, deren Besitz wird auf der Synode von Tarragona 1234 n.C mit dem Tod bestraft. Das Edikt De-editione-et-usu-librorum-sacrorum macht 1546 n.C. die Vulgata zur einzig gültigen Bibel. Sie wird 1590 n.C. von Papst Sixtus V als Editio-Sixtina für absolut fehlerlos erklärt. Wegen vieler Fehler wird sie 1592 n.C. durch die absolut fehlerlose Editio-Clementina ersetzt, die wegen vieler Fehler 1598 n.C. ersetzt wird. Papst Pius IX (Giovanni Maria Mastai Ferretti) erklärt 1869 n.C. die Bibel ist ohne jeden Irrtum, der Heilige Geist hat sie selber diktiert. Diese Vulgata wird 1979 durch die absolut fehlerfreie Nuovo-Vulgata ersetzt, die wegen vieler Fehler 2001 erneut ersetzt wird. Weitere absolut fehlerfreie Bibeln wie die “Bug Bible 1535”, “Treacle Bible 1549”, „Breeches Bible 1576“, „Wicked-Bible 1631“, „Unrighteous Bible 1653“, „Sin On Bible 1716”, „Vinegar Bible 1717”, „The Fools Bible 1763”, „To remain Bible 1805” sind im Umlauf. Der einst als christliche Irrlehre erfundene Heilige Geist war beim Diktieren wohl immer besoffen.

    Neben 39 Evangelien des AT existierten weitere wie Baruch, Tobias, Weisheit, Judith, 1.u.2. Makkabäer, Jesus, Siracht, Philipp, Hermes, Judas, Petrus, Thomas. Dies obwohl der Kanon des AT fertig ist. Hieronymus nennt sie Apokryphen, sie sind nicht in Mittelhebräisch sondern in Altgriechisch verfasst, variieren extrem in Lehre und Inhalt, die Kirchenväter verwerfen sie. Bis 1600 n.C. gibt es nur den Codex Bezae, der auf 406 Seiten 4 Evangelien enthält und in der Universität Cambridge aufliegt. Heute sind 6.000 historische Texte bekannt. Martin Luther übersetzt den ewig wahren und Fehler trotzenden lateinischen Kanon plus die Apokryphen. Das Konzil zu Trient (1546 n.C.) folgt nach und erklärt die Apokryphen nun doch als kanonisch.

    Die EKD revidiert in den letzten 100 Jahren die Lutherbibel 3 Mal, 35% der 181.000 Worte sind neu, die gelöschten Worte sind ewig wahr vom Heiligen Geist inspiriert, also ist noch kaum etwas wahr. Dazu kommen Ausgaben der John-Wyclif-Bibel von 1382 n.C., der William-Tyndal-Bibel von 1522 nach dem massoretischen Text und dem Text-Receptus, der Coversdale Bibel, die Matthew Bibel, der Taverner Bibel, der Großen Bibel, der Geneva Bibel, der Bishop Bibel, der Douay-Rheims Bibel, der King-James-Bible von 1611 n.C und noch einmal 1769 n.C, der New-American-Standard-Bible, der English-Standard-Bible usw. Im Internet stehen über 108 sehr widersprüchliche aber absolut wahre Bibeln, welche ist nun die ewig wahre Version?

    Kommentar von emporda — 29. Oktober 2013 @ 20:16


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