Das nagelneue Testament

19. Mai 2011

Überlegungen (4)

Filed under: Erster Teil — nagelneuestestament @ 13:04

Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde.

Diesen Satz kennt wohl fast jeder. Die Schöpfungsgeschichte. Zerlegen wir sie mal grob.

Am ersten Tag schuf Gott Tag und Nacht. Hmm. Wir kennen den Satz „und der Herr sprach: es werde Licht!, und es ward Licht.“ Wenn Gott also Licht schuf, dann war es vorher dunkel. Wie kann er dann am ersten Tag Tag und Nacht geschaffen haben? Oder schuf er Tag und Nacht in der ersten Nachtschicht? Es ist das selbe Dilemma wie „Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft“. Gegenwart existiert nicht. Oder doch? Eben noch Gegenwart, und schon Vergangenheit. Oder anders: Die Zukunft wird zur Vergangenheit in der Gegenwart. Verstehen Sie mich? Gott erschafft an einem noch nicht existierenden Tag einen Tag.
Zweiter Tag (oder doch eher erster Tag?). Das Himmelsgewölbe wird geschaffen als Trennung zwischen oberen und unteren Wassern. Setzt eigentlich voraus, dass davor alles voll Wasser war. Und dunkel. Somit haben wir eine Wasserwelt nebst Himmel am zweiten Tag.
Dritter Tag. Land und Wasser werden getrennt. War also doch nicht alles Wasser, damals. Irgendwo gab es noch einen Meeresboden, der vor dem Licht existierte. Oder entstand das Land durch zentrifugieren des Wassers? Waren da Feststoffe im Wasser gelöst? Spontantrocknung ganzer Kontinente innerhalb des Meeres? Wenn jetzt einer mit der Erklärung „vulkanischer Ursprung“ kommt: hey, am Anfang war alles dunkel, voll mit Wasser. Wo sind da dann die Vulkane? Das Magma, die flüssigen Gesteine? Und wenn flüssige Gesteine: die glühen aufgrund der Temperatur. Also wäre es nicht dunkel gewesen. Achso, Magma unterhalb der abgekühlten Schichten, daher alles dunkel: Wieso erschafft dann Gott am dritten Tag Land, wenn es schon da ist? Und dann gleich mit Pflanzenbewuchs. Außer in den Wüstengebieten. Oder auf hohen Bergen. Da waren die Pflanzen wohl ausgegangen.
Vierter Tag. Himmelskörper werden ans Himmelsgewölbe gepinnt. Wolken, Sonne, Mond, Sputnik, Sternschnuppen, Sterne und Polarlichter aus den zusammengekehrten Resten der Sterne. Kondensstreifen allerdings noch nicht, Gott hatte noch kein Lineal erschaffen.
Fünfter Tag. Meerestiere und Vögel werden erschaffen. Also lauter Eierleger. Was aber ist mit den Lebendgebärenden wie beispielsweise Walen, Delphinen oder Haien? Gut, die dann auch wohl.
Sechster Tag. Landtiere und am Schluss der Mensch werden erschaffen.
Siebter Tag ist Ruhetag.

So, jetzt meine Fragen: wer schrieb die Bibel? Gott? In welcher Sprache? Und in welcher Sprache sagte er „Es werde Licht“? Weil: Sprachen hatte er ja nicht erschaffen bis dato. Und wenn, dann erst mit der Erschaffung des Menschen am 6. Tag. Vorher aber…?
Nächste Frage: wenn die Menschen die Bibel verfasst haben, woher kommen dann die detaillierten Informationen über die Tage 1 bis 5? Weil mögliche Augenzeugen konnte es ja erst ab Tag 6 geben. Ok, Gott könnte dieses Wissen dem Menschen natürlich posthum ins Gehirn geblasen haben. Aber wieder: in welcher Sprache es zu verstehen und aufzuschreiben? In welcher Schrift? Ist Gottes Handschrift Latein, Griechisch, Mesopotamisch, Runenschrift, Ägyptische Bilderschrift, chinesisch, japanisch oder kyrillisch? Arabisch etwa? Hebräisch?

Auch wenn Gott Liebe ist (er gab Augen zu sehen, Ohren zu hören und einen Mund zu reden), so sollte Gott doch auch dem Menschen ein Hirn zum Denken gegeben haben. Aber da hakt es wieder mal.

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20 Kommentare »

  1. Wollen Sie etwa andeuten, Sie wären ein Atheist? Sie sind ja ein Blasfeemificker!Öch bön erschöttert!
    Gott sprach und schrieb auch Aramäisch. Er war eben polyg(l)ott. Aber mit wem bloß? Und worauf? Und womit?
    Zut Ichtyologie: Nicht alle Haie sind lebendgebärend. Manche legen auch Eier. Besonders der Gemeine Hühnerhai. Selbst Totgeburten sind bekannt geworden. Und ohne rassistisch zu sein, Blackmollys sind als gottesfürchtige Zahnkarpfen auch lebendgebärend.
    Wenn Gott Bandwürmer vor den Wirbeltieren erschuftete, äh, erschuf, wo lebten die dann solange?
    Zweifeln Sie etwa am Lucas-Evangelium? Oder am Gilgamesch-Epos? Oder an den Gebrüdern Grimm? Das lernt und ertanzt man doch an jeder Waldorfsalat-Schule! Wer nicht an Gott glaubt, der bekommt auch keine Weihnachtsgeschenke mehr! Und darf nicht CDU wählen. Missionarsstellung ist dann auch verboten! Und überhaupt! Der Glauben an Gott bewirkt Wunder! Es ist ja wohl wissenschaftlich erwiesen, dass gläubige Menschen allein durch tägliches Beten ihre Lebenserwartung statistisch um 20 bis 30 Jahre erhöhen? Oder nicht …?
    Was wollen Sie noch alles leugen, Sie Zweifler, Sie?
    Die unbefleckte Empfängnis? Googeln Sie mal nach Parthogenese! Sie glauben nicht, dass es einen Himmel gibt? Schauen Sie mal nach oben! Die Existenz Edens ist Ihnen nicht einleuchtend? Pah, ich war sogar schon drin! Berlin, Big Eden, alle Getränke fünf Euro!
    Gott, der Erfinder der Welt und der Freikörperkultur! Okay, rasieren könnte er sich mal …

    Kommentar von Frankie — 20. Mai 2011 @ 09:54

  2. Da haben Sie wohl wahr mit Ihren Einwänden. Wahrscheinlich sollte es eher in der Bibel so heißen:

    „Am Anfang war alles wüst, leer und voller dunklem Wasser. Gott, der bereits viele Sprachen erfunden hatte, mangels Gesprächspartner diese jedoch nie anwenden konnte, schrieb mit einem von ihm selbst erschaffenen Mont-Blanc-Füller (Materialreste findet man heutzutage immer noch in den französischen Alpen, Gott hatte da die ökonomische Herstellung noch nicht erschaffen) auf extradünnes Bibelpapier (komisch, da funktionierte die ökonomische Herstellung schon) seine Schöpfungsgeschichte. Da es noch keine Nebengötter, Gesprächspartner oder Menschen gab, brauchte er sich auch nicht in seiner Geschichte streiten, daher nannte er sie auch nicht „Mein Kampf“. Das kam dann später.
    Jedenfalls erschuf er den ersten Tag der Zeitrechnung und machte erst mal Licht. Denn es ging ihm gewaltig auf den heiligen Geist, dass er all seine Termine (mit wem eigentlich?), die er auf Post-Its kritzelte, in der Dunkelheit nicht mehr finden konnte. Vor allem störte es ihn, dass viele Termine gleichzeitig oder nie stattfanden, da es keinen anständigen Kalender gab. Also Tag und Nacht.
    Da Gott ein begnadet schlechter Handwerker war (wer bastelt schon einem jeden Wirbeltier die Entwässerungsleitung mitten durch den Vergnügungspark?), hatte er bei ersten Bastelversuchen drei Finger seiner linken Hand verloren. Daher konnte er nur auf sieben zählen. Somit hatte die erste Woche sieben Tage. Nur: welche Namen sollte er den Tagen geben? „Eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben“ waren ja als Begriffe für die ersten Zahlen schon vergeben. Also schnell mal nachgeschaut, was auf der Erschaffungsliste noch stand. Mond. Gut, erster Tag wird Mondtag. Nächster Tag schon wieder Dienst im Erschaffungsbüro? Diensttag dann. Hoffentlich ist diese blöde Benamung bald vorbei, glücklicherweise sind wir ja schon in der Mitte der Woche angelangt (ein guter Rechner war Gott ebenfalls nicht, das beweist sich auch in der Exponentialfunktion, die er später seinen Kreaturen als Leitsatz mit auf den Weg gab: seid fruchtbar und mehret euch! So was führt unlimitiert früher oder später zu Überbevölkerung und Hungersnöten), Mittwoch also. Hey, da gab es noch die alten, nordischen Götter, die er aber als Alleinregent ablehnte. Früher aber, als er noch jung war und am Wochenende (bald ist’s geschafft) saufen ging (war ja alles voller Wasser damals, wir erinnern uns), da hatte er diesen Kumpel mit dem Mordshammer, Thor. Also mal schnell einen Tag nach Thor benannt, diesmal englisch: Thorsday. Der donnerte sich immer granatenmäßig einen rein, Donnerstag. Und die süße Maus, die immer mit ihm rumhing, Freya, Göttin der Jagd (auf was eigentlich?), die kriegt auch einen Tag: Freytag. Blieb noch der Fernsehtag mit dem Sams, Samstag, und einen, um mal etwas Farbe ins göttliche Gesicht zu kriegen: Sonntag.“

    Was die Bandwürmer betrifft: die hat der Teufel erfunden. Eigentlich alles, was mit „Band“ zu tun hat. Bandwürmer, Hardrockbands, Antonio Banderas oder auch das Bandonion.

    Wer nicht an Gott glaubt, glaubt also an Tierreligionen. Darf oder muss man das dann durch Doggie-Style statuieren? Oder soll man seinem Weibe dann den Hengst machen?

    Kommentar von nagelneuestestament — 23. Mai 2011 @ 12:21

  3. Pah, nicht mal den Dienstag hat der alte Racker erfunden, sondern sein älterer Kollege Tiu, darum Tiustag – Tuesday – Dienstag. Vielleicht kommte aber auch vom Imperativ „Tu es!“
    Abwasserleitung durch den Vergnügungspark, hm. Schon Goethe sagte sinnreich:
    „Eine jegliche Jungfrau verteidigt ihre Ehre. Eine gar seltsame Ehre, die da zwei Zoll vom Arschloche absitzet!“
    Man kann Gott das nicht zum Vorwurf machen, er war ja damals schon sehr alt, und Kacken ist nun mal der Ersatzsex im Alter. Das kann Ihnen jede weißrussische Altenpflegerin im Seniorenheim bestätigen.
    Wahrscheinlich auch jeder Erzbischof.
    Erfand der Teufel auch die Bandnudeln, die Banditen, die Banderole, das Bandmaß und die Bandsäge?
    Auf jeden Fall aber die Bandscheibe!

    Kommentar von Frankie — 23. Mai 2011 @ 14:16

  4. Ein Buch ist ein Spiegel, wenn ein Affe hineinsieht, so kann kein Apostel heraus gucken.

    Georg Christoph Lichtenberg

    Kommentar von Wohlan — 25. Mai 2011 @ 12:41

  5. Es muss nicht unbedingt ein Affe sein, der hineinschaut in das Buch. Es kann auch ein Realist sein. Nur: wenn ich mir so anschaue, wer da alles seine Lehren aus diesem Buche zieht (und vor allem: mit welchem Ziele), dann kann mir vor den Lesern schon Angst und Graus werden.
    Wenn ich mir einzelne in sich geschlossene Passagen aus der Bibel herausnehme und analysiere und merke, dass der Wahrheitsgehalt gen null tendiert, dann ist die Bibel nicht für Analysten, sondern Gläubige geschrieben. Und Gläubige sind jene, die sich ihr Weltbild nicht anhand von Fakten, sondern anhand von Schönredereien zurechtzimmern. Eine krumme Wand wird nicht gerader, wenn ich sie jeden Tag mit „Halleluja, lobe den Herrn!“ anbrülle. Und dann behaupte, der Herr habe sie gerichtet.

    Kommentar von nagelneuestestament — 25. Mai 2011 @ 17:04

  6. Wow, Sie haben mit vielem absolut die Wahrheit gesagt. Mit der „krummen Wand“ und auch „wer da alles seine Lehren aus diesem Buche zieht (und vor allem: mit welchem Ziele), dann kann mir vor den Lesern schon Angst und Graus werden.“

    Aber vorallem mit der Aussage: „Und Gläubige sind jene, die sich ihr Weltbild nicht anhand von Fakten, sondern anhand von Schönredereien zurechtzimmern.“ haben sie voll in Schwarze getroffen, denn sie schrieben oben im Artikel: „Am ersten Tag schuf Gott Tag und Nacht.“

    Vielleicht verraten sie mir, wo das steht, das Gott die Nacht erschaffen hätte?

    Ist jetzt etwa der Text schlecht, nur weil sie etwas darin zu lesen glaubten, was man eigentlich nur, wie sagten sie, zurechtzimmern kann?

    Was lesen Sie persönlich über die Finsternis und vor allem: mit welchem Ziel?

    Kommentar von Wohlan — 26. Mai 2011 @ 00:01

  7. Wir lesen gemeinsam:

    3 Und Gott sprach: Es werde Licht! und es ward Licht. (Psalm 33.9) (2. Korinther 4.6) 4 Und Gott sah, daß das Licht gut war. Da schied Gott das Licht von der Finsternis 5 und nannte das Licht Tag und die Finsternis Nacht. Da ward aus Abend und Morgen der erste Tag.

    (übrigens kopiert von hier) Und jetzt zimmern wir uns damit etwas zurecht. Rein analytisch natürlich. Und bitte, korrigieren Sie mich, wenn dabei ein wenig haltloses Geschwafel auftaucht.

    „Da schied Gott das Licht von der Finsternis und nannte das Licht Tag und die Finsternis Nacht.“ Steht doch so da, oder? Gut. Er schafft Licht. Was als Rückschluss zulässt, dass da vorher kein Licht war. Und eben nur (meine Interpretation) Finsternis. Stimmen Sie mir zu? Und Gott nennt (bezeichnet/definiert/benennt) das Licht „Tag“ und die Finsternis „Nacht“. Gehen wir noch konform?
    Zweiter Interpretationsschritt. Gott definiert also die Nacht als Name für die Finsternis. Er erschafft sie nicht, die Nacht, er gibt ihr nur den Namen. Wenn allerdings Gott die Nacht (oder, wie die ursprüngliche Bezeichnung war, „Finsternis“) nicht erschuf, dann muss die Finsternis bereits vorhanden gewesen sein. Also vorhanden, bevor Gott sich mit ihr beschäftigte.
    Dritter Interpretationsschritt. Wenn also die Finsternis bereits vor Gott existierte, dann kann er sie nicht geschaffen haben. Hat Gott aber auch die Finsternis erschaffen, dann hat er (durch die Verkettung der Namen Finsternis = Nacht) auch die Nacht erschaffen, nur viel früher als den Tag. Warum steht darüber aber nichts in der Bibel? Geht die Bibel etwa davon aus, dass es da bereits irgendetwas (Finsternis) gab, bevor Gott auf den Plan tritt? Ist Gott damit nicht der Schöpfer von allen Dingen? Oder ist die Finsternis kein „Ding“? Wie definiere ich „Ding“? Oder anders gefragt: wenn die Finsternis kein Ding ist, ist dann der Geist auch kein Ding, da unbeschreibbar? Wie ist es mit dem Licht, ist das ein Ding? Und kommen Sie mir jetzt nicht und sagen: Licht ist Feuer und somit ein Ding. Denn Licht ist mehr als nur Feuer, mehr als nur eine exotherme Reaktion mit Sauerstoff.
    Wir stellen also in Frage: war Gott vor der Finsternis da und hat diese erschaffen? Oder kam Gott erst später?

    Was Ihre zweite Frage betrifft, ich persönlich lese nichts über die Finsternis, benutzte sie lediglich, um hier auf einen logischen Fehler aufmerksam zu machen. Einen von vielen logischen Fehlern in der Bibel. Meine Motivation dahinter lautet: Zweifle jedes Dogma an. Denn Dogmen werden von Menschen erstellt, die sich für unfehlbar halten. Aber niemand, kein Mensch ist unfehlbar, nicht einmal der Papst. Denn jede Aussage, jede Stellungnahme, hat zwei oder mehrere Seiten und lässt sich unterschiedlichst interpretieren.

    Das stelle ich so mal als Diskussionsgrundlage in den Raum.

    Kommentar von nagelneuestestament — 26. Mai 2011 @ 11:46

  8. Sehr geehrtes Nagelneues Testament, Sie erschüttern meinen unerschütterlichen Glauben an die Genesis in seinen Grundsätzen!
    Sollten Sie recht haben, dann würde das ja bedeuten, dass die Finsternis vor Gott da war! Hat dann die Finsternis Gott geschaffen, ist Gott etwa ein Geschöpf der Finsternis? Ein erschütternder Gedanke! Ich werde gleich mal die Gelben Seiten bemühen und schauen, wie lange heute die Exorzisten auf haben.
    Andererseits, sitzen Sie mal ewige Zeiten mutterseelenallein im Dunklen herum, ich möchte nicht wissen, auf welche dummen Gedanken SIE dann kommen würden!

    Kommentar von Frankie — 26. Mai 2011 @ 13:11

  9. @nagelneuestestament
    „Warum steht darüber aber nichts in der Bibel? Geht die Bibel etwa davon aus, dass es da bereits irgendetwas (Finsternis) gab, bevor Gott auf den Plan tritt?“

    Falls die Bibel von irgendetwas ausgeht, an dieser besagten Stelle des ersten Tages, dann davon, das der Leser auch den Satz davor gelesen hat: „2 Und die Erde war wüst und leer, UND ES WAR FINSTER auf der Tiefe“

    Frage: Und wer hat Gott oder die Finsternis geschaffen? Vielleicht hilft ihnen die Annahme, dass es noch die Möglichkeit gibt, das beides, der Geist Gottes und die Finsternis, den Anfang bilden! Natürlich nur als Idee und keinesfalls als Dogma! Finsternis ist eben einfach da, insbesondere dann, wenn man Texte nur überfliegt!

    @nagelneuestestament
    „ich persönlich lese nichts über die Finsternis, benutzte sie lediglich, um hier auf einen logischen Fehler aufmerksam zu machen.“
    Dieser Satz ist so brutal ehrlich, dass sie ihn sich einrahmen und über ihr Bett hängen sollten. Akzeptieren sie einfach das, was sie glauben nicht zu lesen.

    „wenn die Finsternis kein Ding ist, ist dann der Geist auch kein Ding, da unbeschreibbar?“
    Es lohnt, über das von Ihnen gewählte Wort „unbeschreibbar“, mal intensiv nachzudenken. Wenn diese Aussage nämlich auf den Menschen zutreffen würde, der sie für wahr hält, wäre für diesen Menschen jegliches Bemühen um Verstehen absolut unsinnig. Ein Geist der unbeschreibbar ist, ist eben unbeschreibbar. Richtig? Der Geist des einzelnen Menschen sei jedoch in Ehren gehalten, auch ihrer, aber zumindest ist er wohl abgrundtief. Die Schlussfolgerung, das im Geist somit auch FINSTERNIS vorhanden ist, wage ich jetzt kaum noch anzudeuten.

    Aber das mit den „Dingern“, gibt mir jetzt schon zu denken! Besteht für Sie die Welt, jenseits des Geistes, des Lichtes und der Finsternis, wirklich nur aus Dingern? Und es macht mir so den Eindruck, dass sie vielleicht glauben, das durch das ANSEHEN eines Wortes (also solchen Dingern), soetwas wie ein magischer Transport von Wissen aus diesen Dingern auf den Leser übergehen würde, eine automatische Wissensübertragung. Also das Lesen (Ansehen) eines Textes ausreichte, den Inhalt und den Sinn der Sätze auf den Leser zu übertragen. Und daher ist natürlich auch der Schluß zulässig, das wenn für den Leser nicht’s Sinnhaftes erkennbar wird, es am Text läge oder man das Buch anders halten müsse! So nach dem Motto: Dieses Buch ist ausgelesen! Nix mehr drin! Ich hoffe Sie verstehen, das ich ihre Logik zu verstehen suche ?

    Und um Missverständnisse bezüglich des Zitates von Georg Christoph Lichtenberg zu vermeiden, deute ich mal vorsichtig an, das sie vielleicht auch das Wort „Spiegel“ nicht lesen, sondern es lediglich benutzen, um auf den logischen Fehler aufmerksam zu machen; „das wenn man selbst den Eindruck hat, das der Wahrheitsgehalt eines Buches gen null tendiert, daraus zu schließen wäre, das ein Realist reingeschaut hätte.“

    Kommentar von Wohlan — 26. Mai 2011 @ 17:08

  10. Nun, wenn wir schon beim Lesen sind, fangen wir doch gleich ganz vorne an. „Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Und die Erde war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser.“ Haben wir da nicht schon die ersten Widersprüche? Lesen wir doch in Vers 8 „Und Gott nannte die Feste Himmel. Da ward aus Abend und Morgen der andere Tag.“ Dies bezeichnet Gottes Schaffung des Himmels als zweiten Tag. Er erschafft also am zweiten Tag etwas, das bereits am Anfang geschaffen wurde. Göttliches Re-Design, da die erste Version nur ein Versuch war (Vers 1)? Außerdem steht in Vers 1, dass er die Erde erschuf (und dann noch einmal am dritten Tag?) und sein Geist in Finsternis über dem Wasser schwebte. Weshalb kommt mir bei diesem Vers nur „geistige Umnachtung“ in den Sinn? Und, darauf aufbauend, die Idee, dass Gott all die Pflanzen, Tiere und Menschen in geistiger Umnachtung erschuf? Das Verhalten der Menschen zumindest könnte allerdings ein unumstößlicher Beweis dafür sein, da sie ja nach seinem Bilde erschaffen wurden.
    „Finsternis ist eben einfach da“. Eine einfache Möglichkeit, sich eines Erklärungsversuches zu entledigen, Sie werden entschuldigen. Fällt damit nicht die biblische Theorie, dass Gott der Schöpfer von allem ist? Sollte es nicht eher heißen „Am Anfang war nichts. Plötzlisch schwebte da Gottes Geist im Nichts, umgeben von Finsternis. Dann entströmte dem Geist die Idee ‚Es werde hell‘ und – zapp! – war da auf einmal eine elektromagnetische Welle im Nanometerbereich…“?

    Dinge. Reißen wir die Dinge mal nicht aus dem Zusammenhang. Der entscheidende Satz stand davor: „Ist Gott damit nicht der Schöpfer von allen Dingen?“ In diesem Falle zähle ich zu den „Dingen“ auch Ideen, Geist, Immaterielles. Wie oben von Ihnen geschrieben „Finsternis ist einfach da“. Kann ich das dann gleichsetzen mit „Geist ist einfach da“? (Und wiederum unterliege ich der Versuchung, Finsternis mit Geist gleichzusetzen…) Und somit schlussfolgern „Ding ist einfach da“? Dann aber die Frage „Wozu Gott?“ Denn wenn Ding einfach da ist (egal, welches Ding), braucht man dann Gott zum Erschaffen?

    Über den Rest mache ich mir erst mal meine Gedanken. (Sind das nun meine eigenen, oder gibt mir Gott die Gedanken? Und wenn er mir sie gibt, kann ich dann immer straffrei aus jeder Sache herauskommen? Gott hat mir schließlich den Gedanken gegeben, die Bank auszurauben etc.)

    Kommentar von nagelneuestestament — 27. Mai 2011 @ 13:34

  11. Sehr geehrtes Nagelneues Testament, Ihre Heiligsprechung ist hiermit endgültig im Arsch!

    Kommentar von Frankie — 27. Mai 2011 @ 14:20

  12. Gar nicht so übel, ihre Ursachenforschung!

    Da wir hier diskutieren, um nicht nur Behauptungen zu verwerfen, sondern auch auf ihre Richtigkeit zu prüfen, um sie gegebenfalls anzunehmen, erlaube ich mir nun einige anzunehmen:

    „…es war finster auf der Tiefe; und er Geist Gottes schwebte auf dem Wasser.“ Haben wir da nicht schon die ersten Widersprüche?“

    Ja, das ist unleugbar. Ich gebe zu das wir hier die ersten Widersprüche haben. Insbesondere, da sie dadurch erst auf die Argumentation kommen, Finsternis und Geist sei jeweils ein Ding. Aber seien Sie nicht zu überrascht wenn Sie lesen, wie ich das wirklich meine!

    Finsternis ist fehlendes Licht! Und daher das Fehlen von Licht! Und daher auch kein Ding! Denn das Ding, das Licht, fehlt.

    ABER

    das sie
    a) einen Widerspruch witterten und
    b) das Sie sich als Quelle dieses Widerspruches auf die URSACHE des Wortes Finsternis konzentrierten, indem Sie eine Bedingung für seine Existenz verlangten,

    war meiner derzeitigen Beobachtung nach, VOLLKOMMEN richtig!

    Denn das Wort „Finsternis“ bezieht seine Bedeutung genauso wie das Wort „Licht“ aus einer BEDINGUNG. Das Wort „Licht“ benötigen eine physikalische Bedingung (Lichtstrahlen) um seiner Bedeutung gerecht zu werden.

    Das Wort „Finsternis“ benötigt die Bedeutung von Licht um das Fehlen der Lichtstrahlen auszudrücken! Die URSACHE des Wortes „Licht“ ist daher elementar wichtig für das Wort Finsternis! Das Wort Finsternis wäre ohne diese Ursache seiner eigenen Existenz und jeglichen Sinnes beraubt. Daher liegen Sie richtig, wenn Sie nach der Ursache von Finsternis fragen!

    Und wenn sie nun sehr sorgfältig lesen, werden Sie auch die Ursache für ihre zeitlichen Widersprüche finden.

    Das Licht bedarf keiner Finsternis, aber was wäre Finsternis ohne Licht!

    „… immer straffrei aus jeder Sache herauskommen“! Ob Ihre Gedanken oder seine ,… was spielt das für eine Rolle? Straffreiheit bedeutet meist Schuldunfähigkeit und nur weil Sie ein Wort mit seinem Inhalt verwechseln, was im übrigen vielen Menschen so geht, gleich eine Bank ausräumen zu wollen, ist ja wohl mehr ein Indiz für kriminelles Energiepotential. Sie müssten beweisen können, dass ihr Irrtum weder auf Fahrlässigkeit, noch auf Mutwillen beruht und zu guter letzt eürden sie gefragt werden: „Ob Horst Schlämmer, wenn er es wirklich gewollt hätte, als Harpe Kerkeling getarnt nicht Bundeskanzler geworden wäre.“ Selbst wenn sie argumentieren würden, dass er seiner berufsbedingten Wahrheitsliebe nicht hätte abschwören können, und Sie sich in ihn gut hineinversetzen könnten, würden Sie aller Wahrscheinlichkeit nach, selbst vor eine Wahl gestellt werden: Nämlich entweder zuzugeben selbst Schlämmer zu sein oder gezwungen wären den Platz von Frau Merkel einnehmen zu müssen! Also lassen Sie es nicht soweit kommen! Selbst festzustellen, das man Schuldfähig ist ist nichts schlimmes, wenn andere das tun müssen wird es ungemütlich.

    Sie haben mit dem „Geist als Ding“, den ORT des Verbrechens schon dingfest gemacht! Sie liegen weit vorn im Punktestand. Ob ich das noch aufholen kann, weiß ich nicht! Gerade deshalb, weil der Sinn ihrer Worte in der Begriffswelt immer wieder den Nagel auf den Kopf treffen.

    „Dann entströmte dem Geist die Idee…“
    Ja, der Strom kommt aus der Steckdose, aber was wäre schon der Strom ohne die ERFINDUNG der Steckdose! Sollten wir deshalb nicht besser sagen „Dann entströmte der Steckdose der Strom und …“

    Was meinen Sie dazu?

    Kommentar von Wohlan — 31. Mai 2011 @ 13:37

  13. Was, Herr Frankie, ist eine Heiligsprechung? Nichts Anderes als eine Titelverleihung. So wie man den Titel eines Doktors verliehen bekommt (manche erkaufen sich den sogar!) oder den eines Weltmeisters. Titel dienen vielen Menschen als Ersatz, sich den nötigen Respekt zu erheischen, den sie per Charaktereigenschaft nicht erhalten. Ich persönlich brauche keine Heiligkeit, da mir der Respekt, der mir auch so entgegengebracht wird, und mag er noch so gering sein, vollkommen ausreicht.

    Kommentar von nagelneuestestament — 31. Mai 2011 @ 18:30

  14. Darf ich zitieren?

    Das Licht bedarf keiner Finsternis, aber was wäre Finsternis ohne Licht!

    Das klingt mir zu sehr nach „Der Mond ist wichtig, da er die Nacht erhellt. Die Sonne ist unwichtig, denn wenn sie scheint, ist es sowieso taghell.“ Und zur Beantwortung Ihrer fragezeichenlosen Frage: Finsternis ohne Licht wäre immer noch sehr dunkel.
    Und doch bedarf das Licht der Finsternis, denn ohne Finsternis fehlte der Kontrast, der Licht erst Licht sein lässt. Die zweite Seite der Medaille, die sich hieraus genau umgekehrt zu Ihrer Definition herleiten lässt. Ich erlaube mir: „Licht ist fehlende Finsternis! Und daher das Fehlen von Finsternis! Und daher auch kein Ding! Denn das Ding, die Finsternis, fehlt. (…) Das Wort „Finsternis“ benötigt die Bedeutung von Licht um das Fehlen der Lichtstrahlen auszudrücken!“
    Was aber nun, wenn ich, wie ein verbohrter Kreationist, einfach behaupte, das Licht sei schon immer dagewesen? Und Lichtstrahlen, also elektromagnetische Schwingungen, einfach nur Teufelswerk, nicht vorhanden oder auch nicht existent, da unbeweisbar? Dunkelheit indes entstehe durch Dunkelstrahlen, die jeder Körper aussendet. Der Beweis dazu: ich halte meine Dunkelstrahlen aussendende Hand vor die Augen und – schwupps – sehe ich die Dunkelstrahlen, da mich die Sonne nicht mehr blendet. Wenn ich jetzt noch einige Millionen Unterstützer meiner Theorie finde, macht das meine Theorie dann wahrer? Und wie sieht das mit der Bibel aus? Wieviele Millionen Unterstützer derer Theorien gibt es da auf unserer Welt? Sie sehen, man kann, nur durch „Follower“ (oh, ein Ausdruck aus der Twitterwelt) den größten Blödsinn (damit rede ich jetzt von meinen Dunkelstrahlen) als wahr verkaufen. Und das beängstigt mich bei den Geschichten aus der Bibel. Geschichte (as in story, not history) –> Unterstützer/Befürworter/Gläubige –> Wahrheit? Das kann es nicht sein.

    Was das Entströmen betrifft: wäre Ihnen der Ausdruck „Dann vergeistigte sich die Idee…“ lieber? Strom kommt übrigens auch ohne Steckdose aus, jeder Blitzschlaggetroffene kann Ihnen das bestätigen. Vorausgesetzt, es gibt ein irgendwie geartetes Sein nach dem Ende der körperlichen Existenz. Ich allerdings bin da immer noch der Meinung, dass es da wie mit einem ungesicherten Dokument auf dem PC funktioniert, wenn der Strom ausfällt: verloren, für immer im Nirwana der ungeordneten Bits verschwunden und nicht mehr reproduzierbar. So auch die menschliche Erinnerung, oder, wenn Sie so wollen, der Geist. Oder weshalb werden immer wieder dieselben Fehler gemacht? Ich denke da an Russlandfeldzüge von Napoleon oder dem kleinen Österreicher beispielsweise, alle mit demselben Ergebnis. Oder die Geschichte mit den sicheren Atomkraftwerken. Ich erlaube mir hier, ein Zitat zu kopieren, das ich mal auf einer Website fand:

    Geschichte jedoch ereignet sich immer zwei Mal: Das eine Mal als Tragödie, das andere Mal als Farce.

    Kommentar von nagelneuestestament — 31. Mai 2011 @ 18:52

  15. Sie können durchaus vom Blitz getroffene Personen befragen, knapp 70% überleben den Blitzschlag. Was die Bedeutung der Steckdosen angeht: Wasser kommt auch prächtig ohne Wasserhähne klar.

    Kommentar von Frankie — 1. Juni 2011 @ 12:14

  16. „… der Geist (Gottes) schwebte über dem Wasser.“ Nicht Gott!
    „Gott sprach: Es werde Licht!“ und nicht der Geist.

    Daher ist alleine schon das Objekt im Orginal, nicht mit dem „Geist“ dem etwas enströmt, identisch. Und woher die „Idee“ kommt, das eine Idee entströmt, kann ich auch nicht im Orginaltext finden.

    Die Verursachung eines Zündfunken durch eine Idee, um die überragende Fähigkeit des Geistes darzulegen, wird jetzt auch klar! Denn es geht ja letztenendes darum, wenn es heißt „entströmte dem Geist die Idee … und -zap-! … , das der Geist das Genie identifiziert! Wozu dann noch Gott? Richtig? Es reicht dann die ÜBERZEUGUNG einen Geist zu besitzten. Wenn da mal die Idee nicht auch ohne Geist(Steckdose), die Idee der Steckdose(Geistes) bewirkt! Fazit: Der Mensch erklärt sich seine Grandiosität selbst!

    Im übrigen kann man nur betonen, was Sie bereits im Artikel feststellten:
    „Es ist das selbe Dilemma wie „Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft“. Gegenwart existiert nicht. Oder doch? Eben noch Gegenwart, und schon Vergangenheit. Oder anders: Die Zukunft wird zur Vergangenheit in der Gegenwart. Verstehen Sie mich? “

    Das ist bereits die Antwort auf alle Widersprüche, die über Finsternis oder das Licht hier disputiert wurden. Denn der Mensch kann nur die Gegenwart erkennen, wenn er Unterscheidungen trifft. Und dieses verursacht einen Abgleich mit im Gedächnis gespeicherten Vergangenheitswerten. Der Mensch zieht so die Vergangenheit zur Wahrnehmung der Gegenwart heran. Das ist die ganze Verstrickung, die sie bereits anfangs so treffend erklärten. Unsere Gegenwart wird durch die Brille der Vergangenheit betrachtet und so wird auch unsere zukünftige Gegenwart durch die Vergangenheit gefiltert und vorbestimmt.

    Fazit: Der Mensch lebt zwar in der Gegenwart, erlebt sie jedoch nur durch die Brille der Vergangenheit. Das erklärt auch, dass einer beim Bibellesen über kleine Östereicher nachdenkt, der andere eben an solarbetriebene Taschenlampen im letzten Supermarktangebot! Wir müssen eben alle umzugehen lernen, mit unseren Flashbacks! http://de.wikipedia.org/wiki/Flashback_(Psychologie)

    Kommentar von Wohlan — 1. Juni 2011 @ 17:23

  17. „…der Geist Gottes schwebte über dem Wasser.“ Alleine die Präposition deutet schon daraufhin, dass es da etwas „über“ dem Wasser geben muss, ergo eine Grenze zwischen dem Wasser und dem „Darüber“ gibt. Doch laut Bibel schafft Gott diese Grenze erst später. Auch stellt sich die Frage: wenn da nur der Geist schwebte, wo war dann Gott, um „Es werde Licht“ zu sagen? Kam er erst später dazu? Eine erste Art der Geistertrennung?

    Im zweiten Teil des Kommentares geben Sie die ersten Schritte des Weges „Aus den Fehlern der Vergangenheit lernen“, wobei genau jener Lerneffekt leider meist auf der Strecke bleibt. Sei’s drum.

    Dann könnte ich ja noch ein paar Überlegungen zur Erschaffung des Menschen schreiben, auch hier bietet die Bibel zwei Versionen an, wahrscheinlich auf der DVD unter „Extras: alternative oder entfernte Szenen“ zu finden, in der Bibel allerdings einfach so hintereinanderhergeschrieben. Sind wir nun aus Lehm, Staub oder Rippen hergestellt? Waren Mann uns Frau von Anfang an da, oder doch erst der Mann, die Frau dann eine Art aus Ersatzteilen nachgeschraubt? Fragen, die uns auch der Vatikan nicht beantwortet, da zu trivial.

    Kommentar von nagelneuestestament — 13. Juni 2011 @ 14:13

  18. Bei vielen Dingen fragen sie, wie ich finde vollkommen zu Recht, nach den Ursachen und es reicht wie Sie schon feststellten, nicht aus, zu wissen das etwas einfach nur so ist ! Alle Fragen kommen mir darüber sehr vertraut vor. Das Kausalitätsgesetzt ist ja nicht einfach eine Ansichtsache sondern ist grundsätzlich zu beachten. Ihre Aufmerksamkeit möchte ich daher darauf lenken, dass sie bisher nicht gefragt haben, was die Ursache dafür sei, das ein Mensch nicht aus der Vergangenheit lernt. Auch wenn ich oben von Verstrickung schrieb, meinte ich damit keineswegs den Grund dafür, das Menschen die Fehler der Vergangenheit wiederholen müssen!

    Wenn also für Sie, der erste Schritt beim Lernen aus der Vergangenheit, darin besteht zu akzeptieren, das die Ursache für die menschliche Wahrnehmung, immer eine erinnerte Vergangenheit ist, was ist dann der zweite Schritt auf dem Weg zum Lernen? Oder anders formuliert: Wenn es um Ursache und Auswirkung geht, was muss ein Mensch über sich selbst erst einmal akzeptieren, um überhaupt eine Ursache zu erkennen, die in der Vergangenheit ein fehlerhaftes Ergebnis zur Folge hatte?

    Kommentar von Wohlan — 15. Juni 2011 @ 14:50

  19. Nun, ich gehe davon aus, dass der Mensch, der Fehler in der Vergangenheit machte, diese Fehler selten überlebte. Sei es nun ein beliebiger Feldherr, der den Gegner unterschätzte, ein Wattwanderer, der den Gezeitenkalender missachtete oder ein Tüftler, der das Innere einer Handgranate erkunden wollte. Ein Lerneffekt kann dann eigentlich nur bei Überlebenden eintreten. Und die Ursache erkennen, das ist für die Verursacher nun mal ziemlich schwierig.

    Vielleicht bietet der Buddhismus per Wiedergeburt da eine Alternative?

    Kommentar von nagelneuestestament — 11. Juli 2011 @ 19:21

  20. @nagelneuestestament
    „Nun, ich gehe davon aus, dass der Mensch, der Fehler in der Vergangenheit machte, diese Fehler selten überlebte.“

    Nun, ich sehe ein, dass ihre Annahme zur Realität wird, sie also damit recht behalten, das ein Lernen alleine technisch nicht möglich sei! Zumindest für den Menschen, der so denkt.

    Es entgehen Ihnen nämlich dabei alle Irrtümer, die Sie, wohl wie jeder andere Mensch auch macht und besser als korrigierbare Fehler ansehen sollten, um nicht irgendwann eine Entscheidung ausschließlich auf unkorrigierten Irrtümern aufzubauen. Das wäre nämlich dann, der von Ihnen vorrausgesagte (letzte) tödliche Fehler. (Aber sie wollten ja sicher nur provozieren, oder denken Sie wirklich so?)

    Diese geschilderte Annahme wäre daher selbst der Irrtum, der jedem tödlichen Fehler als Ursache vorrausgeht.

    Was muss man da noch über die Ursache von Fehlern sagen, als das er nichterkannte Irrtümer als Ursache hat und nicht im Charakter eines Menschen verankert ist!
    Natürlich nur aus der Akzeptanz heraus, das Irrtümer keine individuellen Schwächen oder Charaktereigenschaften wären, sondern auf korrigierbaren Falschannahmen (Vorurteilen) beruhen.

    Bedauerlich, aber gleichzeitig doch sehr lehrreich!
    Kompliment!

    Kommentar von Wohlan — 14. Juli 2011 @ 18:08


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