Das nagelneue Testament

20. Januar 2011

Science Fiction Roman

Filed under: Dritter Teil — nagelneuestestament @ 17:51

Nun, dann versuche ich mal, etwas themenfremd, hier einen kleinen Science-Fiction-Roman zu schreiben. Kann ja nichts schaden, auf den Beginn meiner Karriere als Nachfolger Isaac Asimovs verweisen zu können

Er hätte es spüren können, bevor er den Raumer in das Wurmloch steuerte. Doch Ma’shdrav N’gochi war immer noch überwältigt von den Funden auf SPK23488, die das Wissenschaftsteam zuhause auf Nadregha so nicht hatte vorhersehen können. Sie hatten zwar keine Artefakte gefunden, dafür aber eine umso reichere Welt voller unterschiedlichster Pflanzen und Tiere. Alleine die Katalogisierung würde das Wissenschaftsteam für weitere 27 Doppelsonnenjahre beschäftigen. Normalerweise nutzte Ma’shdrav seine ausgeprägte Sensorik auf fremdem Planeten, um sich und die Crew vor ungebetenen Angriffen zu schützen; seine Nutzung von 94 Prozent seines Gehirns ließ ihm dabei noch genug Raum, sich parallel um weitere Aufgaben zu kümmern. Doch gerade in diesem Moment konzentrierte er sich zu sehr auf die Ladeliste.

Es war ein kleiner Komet, lediglich 1,4 Kilometer breit und nicht einmal 3 Kilometer lang. Gerade hatte er den dritten Planeten des Systems mit rund 40 Kilometer pro Sekunde passiert, als sich das Wurmloch direkt in seiner Flugbahn öffnete und Ma’shdravs Raumer ausspuckte. Weniger als eine Viertelsekunde dauerte es, bis sich beide Objekte in voller Fahrt trafen. Durch die Wurmlochquerung waren die Schilde des Raumers noch nicht wieder aktiviert, daher richtete der Komet beim Auftreffen größten Schaden an. Wie eine Porzellanvase zerschellte das Schiff an ihm, Trümmerstücke in alle Richtungen aussendend. Die Flugbahn des Kometen wurde nur marginal beeinflusst. Einige der größeren Bruchstücke gelangten in den Anziehungsbereich des dritten Planeten und stürzten auf dessen Oberfläche, in der noch jungen und daher dünnen Atmosphäre nicht verglühend. Den Metallteilen hafteten noch Reste der Ladung sowie der Besatzung an, die sich auf dem bislang unbekannten Planeten nach dem Aufschlag über den kargen Boden und in den sumpfigen Ebenen verteilten und dort genetische Verbindungen mit den einfachen Moosen eingingen. Ein Merkmal der Nadreghaner war deren stark entwickelte Genetik, die vorsah, das jahrtausende alte Wissen zu speichern und beim Tod eines Nadreghaners dieses Wissen per Genetiktransfer zur Speicherung in einfachen Einzellern abzulegen. Nie hatte man jedoch geplant, dies bei Einzellern auf einem völlig unbekannten Planeten zu tun.

Viereinhalb Milliarden Jahre später

Ma’shdravs Gene hatten sich, wie die seiner Crew, aber auch die Gene der Ladung, die sie transportierten, innerhalb dieser Zeit weiterentwickelt. Da allerdings die Wirte nicht denselben Kompatibilitätsgrad aufwiesen wie die Wirte, die man auf Nadregha vorgesehen hatte, war sehr viel Wissen verlorengegangen. Trotzdem hatten sich Lebensformen entwickelt, die sogar eine Art primitive Verständigung und den Gebrauch nicht-komplexer Werkzeuge beherrschten. Aber der ewige Friede, eines der Grundgesetze der Nadreghaner, war verlorengegangen. Ebenso, wie grundsätzliches Wissen. Und so kam es, dass eines Tages eines der Lebewesen seinen Herdenmitgliedern mitteilte, dass in Ausnahmefällen die Benutzung von Kondomen erlaubt ist…

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