Das nagelneue Testament

21. Mai 2010

Völkerwanderung und andere Naturkatastrophen

Filed under: Erster Teil — nagelneuestestament @ 11:45

Gott hat also damals einen Klumpen Lehm angepupst, und siehe, es entstand Leben nach dem Abbild Gottes. Nun kommt so ein Pups ja aus einer bekannten Körperöffnung, daher muss ich jetzt mal davon ausgehen, dass wir alle aussehen wie das Arschloch Gottes. Oder etwa nicht? Nun, die Kritiker, die behaupten, wir wären angehaucht worden, denen muss man nun erklären, dass wir eigentlich ein Abbild von Gottes Zahnbelag sind. Seltsamerweise riechen auch manche Menschen so. Na ja, aber nach Gottes Pups zu riechen, ist auch nicht so das Wahre.


Nicht bedacht in der großen Geschichtensammlung wurde indes die Völkerwanderung, die damals einsetzte, so vor 350.000 Jahren. Aus Afrika machten sich da die ersten Menschen auf, denen es dort zu voll, zu heiß oder einfach nur zu langweilig war, um neue Lebensräume zu entdecken. Westlich von Afrika fielen die ersten Entdecker allerdings erst mal in den Atlantik und ersoffen jämmmerlich. Also hieß es für die Überlebenden, die sich dieses Schauspiel am Strand interessiert anguckten, auf, neuen Lebensraum im Osten erobern. Jahrtausende später hat noch mal ein kleiner Österreicher diese Idee aufgegriffen, scheiterte aber damit jämmerlich, da es dort im Osten schon ein paar Menschen gab, die sich mit den neu Angekommenen nicht sonderlich gut verstanden.

Jedenfalls kann man aufgrund der Völkerwanderung davon ausgehen, dass sich die ersten Menschen, faul, wie sie nun mal waren, am Nil niederliessen. Schauten sich um und fragten, da Intelligenz damals in etwa genauso verbreitet war wie bei heutigen pubertierenden Jugendlichen, „Eh, gypten hier?“ Die anderen zogen weiter und besiedelten den Strand um Tel Aviv. Einige machten sich weiter in Richtung aufgehender Sonne auf den Weg. Da ihnen aber der Wind dabei immer sehr ins Gesicht blies und der aufgewirbelte Sand zu Bindehautreizungen führte, entwickelten sie mit der Zeit Schlitzaugen. Auch führte die ständige Sandstrahlbehandlung zu einer defekten, oberen Farbschicht, so dass die dunkle Haut verschwand und schließlich weiße Haut zu sehen war.

Im arabischen Raum setzte sich das Sandstrahlgebläse ebenfalls durch. Allerdings bestanden die dortigen Männer, aufgrund akuten Frauenmangels, da die Unterhaltungsmöglichkeiten innerhalb der Wüste doch auf natürliche Weise sehr beschränkt sind, darauf, dass die verbliebenen Frauen sonnen-, blick- und winddicht weggeschlossen wurden. Was dazu führte, dass sie sich sehr hellhäutig entwickelten. Die verbliebene, schwarze Körperbehaarung indes war optisch nicht so ansprechend, speziell in Gesicht, auf Unterarmen und an den Schenkeln der Damenwelt. Daher erfand der findige Araber mal schnell den Ganzkörperlendenschurz und sackte seine Weiber ein. Nachdem erste Rasierversuche mittels Krummdolch, der Einwegrasierer war wie die Einbahnstraße noch nicht erfunden, doch abschnittsweise recht viel Verschnitt mit sich brachten.

Und weiter wurde gewandert. Zwischenzeitlich entschied sich ein ferner Komet, seine Flugbahn direkt durch den Mittelmeerraum zu legen. Was an sich für den Kometen zu einem einschlagenden Erfolg führte, der Erde indes aber ein paar tangentiale Probleme einbrachte. Der immer größer werdende Schatten am Himmel bereitete den wenigsten Menschen Sorgen, lediglich ein umherziehender Zirkuskünstler, damals bekannt unter dem Label „Noah und seine kleine Tierschau“, machte sich Gedanken. Vor die Alternative gestellt, nach einer Kometenkollision wieder frisch anzufangen und die damals bekannten Tiere wieder neu dressieren zu müssen, entschied er sich, einen hölzernen Schutzbunker zu bauen. Dass dieser wasserdicht war und dadurch schwimmfähig, war für ihn ein unbewusster, aber letztlich doch entscheidender Nebeneffekt, um Einzug in das große Geschichtenbuch halten zu können. Jedenfalls packte Noah nach Fertigstellung alle nicht schwimm- und flugfähigen Tiere in den Bunker und harrte der Dinge, die da in Form eines Tsunamis auf ihn zukamen. Der gesamte Bereich des Schwarzen Meeres wurde damals geflutet, ein Tiefebene, die nur durch ein dünnes Randgebirge vom Mittelmeer getrennt war. So eine Art Holland der Präzeit. Jedenfalls klatschte Noah nach 40 Tagen Regenwetter irgendwann an die Flanken des Ararat und zog von dort wieder los, die Welt mit seinem Überlebensvideo zu beglücken. Dabei hatte er von jeder bekannten Tierart, also Huhn, Esel, Pferd, Ziege, Schaf und Kamel, ein Pärchen. Läuse, Flöhe und anderes Ungeziefer waren allerdings umso zahlreicher als blinde Passagiere im Pelz mitgekommen.

Indes reichte die große Flut leider nicht aus, alles Getier und Gemensch von der Welt zu spülen. Sonst würden wir heute ja weder Känguruhs, Elefanten oder Chinesen kennen. Wobei die Chinesen ja, nach Errichtung des Drei-Schluchten-Staudammes, die ganze Geschichte mit der Arche noch mal eine Nummer größer wiederholen wollen. Und hätte es damals mit der letzten Spülung richtig geklappt, dann wären ja alle Doofen, die sich nicht zu retten wussten, untergegangen.

Aber ich hege die Vermutung, dass Dummheit nicht nur wie Öl runtergeht, sondern wie Öl auch oben schwimmt. Ergo muss die nächste Sintflut mittels Alkohol erfolgen, damit mal die Welt so richtig desinfiziert wird.

Und weiter wurde gewandert. Nach dem der direkte Weg über Vorderasien verwässert war, zogen die Menschen eben über Russlands Steppe weiter gen Westen. Östlich hatte man, trotz angestrengter Blicke durch zu Schlitzen verengte Augen, kein Land erblicken können. „Da sitze ich“, sprach einer der Völkerwanderer, dessen Nachkommen später Schwaben besiedeln sollten. In seiner Sprache klang das indes nach „Hokkaido“. Nebst seiner Sprache trugen seine Nachkommen allerdings auch das Entwicklergen weiter in den Westen, so dass sich dort, im letzten Siedlungsstadium, neben Häusle- und Acker- auch Autobauer einfanden.

Und so wurde dann Westeuropa besiedelt. Hunnen, Goten, Angler und Sachsen, eine Gruppe, die aufgrund ihrer mangelnden Sprachkenntnisse immer wieder von anderen Gruppen gemieden wurde, siedelten sich an und erkannten, dass ihr aller Ursprung lediglich 6 Flugstunden entfernt lag. Einige der Angelsachsen (eine Zwangsehe, so munkelt man), schifften weiter gen Westen und besiedelten dann Amerika, wobei sich der sächsische Sprachfehler auch im dortigen Englisch durchsetzen konnte. Und gerade diese letzten Völkerwanderer kehrten besonders gerne an ihre Wurzeln zurück, um den langen Weg über Asien abzukürzen, und brachten ihre Vorvorvorfahren auf direktem Weg in das gelobte Land. Allerdings mussten jene dort ihre Tickets mittels langfristiger, vererbbarer Arbeitsverträge wieder abarbeiten.

Advertisements

3 Kommentare »

  1. Ich dachte, die Schlitzaugen kommen von der Verstopfung durch Reisessen.

    Kommentar von Frankie — 25. Mai 2010 @ 17:47

  2. Wes das Herz voll ist, des geht der Mund über.
    Mt 12,34

    Kommentar von Wohlan — 25. März 2011 @ 21:07

  3. […] gut, könnte man jetzt sagen, das kommt eben davon, wenn man einen Klumpen Lehm anfurzt, und hofft das daraus intelligentes Leben ensteht, anstatt  sich einmal ausführlich mit den […]

    Pingback von Gott, Du taugst mal reineweg gar nix. « Dulsberg-Nord — 24. Mai 2011 @ 17:12


RSS feed for comments on this post. TrackBack URI

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Erstelle eine kostenlose Website oder Blog – auf WordPress.com.

%d Bloggern gefällt das: