Das nagelneue Testament

24. Oktober 2009

Chili und die Bibel

Filed under: Dritter Teil — nagelneuestestament @ 12:52

Und siehe, es begab sich, dass in der Bibel nichts über Chili zu finden war. Jenes Gewürz aus Paprikaschoten, das als Feldfrucht zu den erlaubten Speisen gehörte. Und das war auch gut so.

Denn wäre Chili in der Bibel erwnt gewesen, so hätte dort auch vermerkt sein mussen, dass es sich nicht zur äußerlichen Anwendung eigne. Folgen einer derartigen Anwendung führen nämlich zu heftigsten Hautirritationen und Rötungen derselben. Anwendungen anderer Pflanzen zur Linderung von Gebrechen sind in der Bibel ja auch erlaubt. Nur eben im Falle von Chili: stellen Sie sich vor, der unbedarfte Anwender riebe sich sein Gesäß aufgrund der antibakteriellen Wirkung mit Chili ein. Etwa, um eine Fistel loszuwerden. Oder Pickel. Schon rötete sich das Gesäß und käme im Aussehen dem eines Pavianes gleich.

Und genau das möchte die Kirche ja verhindern. Das fehlende Glied in der Evolution zwischen Menschen und Affen zu finden. Den Beweis, dass beide Lebensformen von einem gemeinsamen Urvater abstammen. Der stark behaart auf allen Vieren durch die Weltgeschichte hüpfte. Wobei ich bezweifle, dass ein Pavian sich seinen Hintern mit Chilipaste einriebe. Aber er ist ja auch nicht die Krone der Schöpfung. Insofern stellt sich die Frage: Evolution – ist es wirklich erstrebenswert, sich ab einem bestimmten Punkt weiterzuentwickeln? Ich denke, die Kirche hat die Antwort bereits gefunden.

Und die lautet: nein. Daher bewegen sich jene Funktionäre auch sehr gerne geistig (wie auch geistlich) in einer Welt, deren Entwicklung schon vor Jahrhunderten stehenblieb. Noch bevor Verhütungsmittel erfunden wurden. Oder Gleichberechtigung. Oder Respekt vor anderen Kulturen, nicht nur bakterieller Art. Gerne wird immer noch ins Feld gezogen gegen Andersgläubige, Menschen mit anderen Neigungen oder unverheiratete Pärchen.

Was das Ganze nun mit Chili zu tun hat? Nun, Chili ist scharf und könnte den Verstand schärfen. Aber da greift man lieber auf die verbotene Frucht der Erkenntnis zurück.

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