Das nagelneue Testament

8. Februar 2009

Die Sache mit der Papstwahl

Filed under: Uncategorized — nagelneuestestament @ 11:38

Haben Sie sich eigentlich schon mal was gefragt? Bestimmt. Sie haben sich als Kind bestimmt gefragt, weshalb Sie jeden Tag in die Schule müssen. Oder warum es gerade am Wochenende dann immer geregnet hat, wenn man rauswollte zum Spielen. Als Heranwachsende Person haben Sie sich gefragt, ob Sie auch gut beim anderen Geschlecht ankommen. Oder auch warum der hässliche Arsch aus der Parallelklasse immer die besten Weiber abschleppen konnte, obwohl seine Sprüche peinlich und schlecht waren. Heute arbeitet der übrigens im Sonnenstudio hinter der Theke und seine Frau mit den dauerblondgefärbten Haaren sieht aus wie eine wnadernde Ledermustermappe.

Aber das war ja gar nicht der eigentliche Aufhänger. Es geht darum: haben Sie sich schon einmal gefragt, was passieren würde, wenn Sie ein Märchen gutfinden und beschließen, dieses Märchen jetzt ein Leben lang nachzuspielen? Wenn Sie also auf diesen Aschenputtel-auf-der Froschköngserbse-Kram stehen und anfangen, sich ein Schloss zu bauen, um darin zu wohnen? Und lustige Klamotten anziehen? Man würde Sie mit ziemlicher Sicherheit als mental etwas derangiert bezeichnen und Ihnen einen Besuch beim Psychiater empfehlen. Außer natürlich, Sie heißen Ludwig, wohnen in Bayern und beschließen eines Nachts das Schwimmen zu erlernen, was aber irgendwie ganz kräftig in die Hose geht. Aber so als Wasserleiche kriegen Sie dann wenigstens noch einmal Aufmerksamkeit in den überregionalen Zeitschriften und bei Brisant im Ersten.

Nun gibt es aber auch gereifte, also ausgewachsene Männer, die sich schon früh entschieden haben, diese vorbubertären Träume auszuleben. Die wohl eher mit Puppen als mit einer Modelleisenbahn spielten und daher auf dem Dachboden keine vier Quadratmeter Sperrholzplatte mit Schienen vollbauten, sondern eher dort das Schminken und das Laufen in Mamas High Heels übten. Einige kamen später in einschlägigen Etablissements unter, andere gingen nach Las Vegas und wieder andere in die Politik.

Der Großteil allerdings hatte diese Möglichkeiten nicht und fand sich dann recht schnell bei einem Verein wieder, der das Tragen von Frauenkleidern zu seinem Markenzeichen machte. Dicke Ketten mit Kreuzen im Rapper-Stil waren und sind dort auch angesagt. Und die Vereinskneipe befindet sich unübersehbar in Rom. Jetzt stellt man sich natürlich die Frage, weshalb solche Leute nicht einmal einer zwangspsychiatrischen Untersuchung zugeführt werden? Und wie diese Leute es überhaupt aushhalten, nach einem Märchenbuch zu leben?

Die letzte Frage kann man versuchen zu beantworten. Wie wir ja wissen, stirbt so ein Bohlen der Katholen Papst ja auch einmal. Dann muss für Nachschub gesorgt werden. Nun sind die Voraussetzungen ja recht einfach für so einen Papst. Man darf keine nachweisbaren Kinder mitbringen, sollte nicht unbedingt vorher verheiratet gewesen sein, muss medienwirksam aus einem Fenster winken können und sollte ein paar Brocken Latein können. Den schwierigsten Teil macht natürlich die Verbreitung des Märchenbuchinhalts aus. Davon soll man überzeugt sein.

Nun, wie schafft man das? Ein ganzes Leben lang Sachen erzählen, die von der Wissenschaft längst widerlegt sind, wenn man nicht bereits unter Altersdemenz leidet? Ganz einfach. Wie wir im Fernsehen sehen können, steigt bei erfolgreicher Papstwahl weißer Rauch aus dem Kamin der Sixtinischen Kapelle auf. Weißer Rauch entsteht beim Kochen von Wasser als Wasserdampf. Wer also noch Restverstand hat von den Kardinälen, die sich zur Wahl stellen, muss, um die Verbreitung hirnverbrannter Dogmen überhaupt durchführen zu können, eben dieses tun: sein Hirn verbrennen lassen. Und wie wir aus Biologie wissen, besteht der menschliche Körper nicht aus Lehm, sondern zu 96 Prozent aus Wasser. Was sehen wir also bei der erfolgreichen Papstwahl? Richtig.

Und anschließend treffen sie sich alle zum Essen. Es gibt meistens Hirn.

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3 Kommentare »

  1. Der Vergleich mit den Rappern ist genial 😉 (der Rest natürlich auch!)

    Kommentar von Boff — 8. Februar 2009 @ 16:56

  2. Ich wollte ja einst Hänsel und Gretel nachleben, aber dann hat es geregnet.

    Kommentar von buchstaeblich — 8. Februar 2009 @ 17:12

  3. Hirn haben die Leute auch nötig 😀

    Kommentar von Schaps — 9. Februar 2009 @ 20:27


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