Das nagelneue Testament

21. Januar 2009

Der Moses-Zwischenfall – Aposthologische Korrektur

Filed under: Erster Teil — nagelneuestestament @ 14:43

Aufgrund einer Hungersnot war ja damals Jakob aus Israel – obwohl das damals noch nicht so hieß – aufgebrochen und hatte sich in Ägypten niedergelassen. Da zu der damaligen Zeit, wie auch heute noch, Ressentiments gegen Ausländer herrschten, wurden die Gastarbeiter erst einmal anständig unterdrückt. Speziell, nachdem bekannt wurde, dass sie sich stärker vermehrten als die Einheimischen. Man befürchtete ein neues Kreuzberg in Ägypten.

Konsequenterweise, und das wiederholt sich seit dem in der Geschichte, wurden Geburtenkontrollen eingeführt. Somit durften Ausländer, wenn überhaupt, nur Mädchen bekommen. Jungs mussten direkt nach der Geburt getötet werden. Das Prinzip dahinter war einfach und wird, seitens verschiedener Religionen, heute noch verfolgt. Also nicht das Töten von Babys, aber der Fakt, dass der Mann, wenn er heiratet, die Religion der Familie bestimmt, nämlich die Glaubensrichtung, der er selbst angehört. Wer indes nur Töchter hat, kann sich ausrechnen, dass die eigene Religion recht schnell den Bach runtergeht.

So also auch in Ägypten. Die Israeli durften also nur noch als Büchsenmacher unterwegs sein. Nun bekam allerdings eine Frau einen Jungen, der der Euthanasie entkam. Mangels Babyklappe wurde der Knabe per Babyboot ausgesetzt und trieb einem neuen Leben entgegen.

Die Tochter des Pharao fand das Treibgut, und da sie tierlieb eingestellt war, nahm sie das Päckchen auch gleich mit. Der Zwerg wurde im Palast aufgezogen und Moses genannt.

Irgendwann kam Moses mal auf den Trichter nachzuforschen, wer eigentlich seine Eltern waren. Schließlich sah er ein wenig anders aus als der Sohn des Pharao. Vielleicht wie der Briefträger?

Es stellte sich heraus, dass er ein Ausländer war und zusätzlich eine heilige Aufgabe hatte. Unter diesen Umständen hätte ihn ein damaliger Herr S. bestimmt gleich als Terrorverdächtigen geschnappt und auf unbestimmte Zeit in Schutzhaft nehmen lassen. Aber damals gab es noch keine gummibereiften Rollstühle. Und Guantanamo harrte auch noch der Entdeckung.

So machte sich also Moses beizeiten auf, um auf den Berge Sinai hinaufzukraxeln, um dort oben von Frau Gott die X Gebote zu erhalten. X war dabei ein Platzhalter, den die Römer fälschlicherweise in „10“ übersetzten, keine Ahnung von Algebra eben. Aber das mit den X Geboten behandeln wir später.

Jedenfalls kam da noch die Geschichte mit dem Ausziehen. Jetzt nicht Moses als Gründer der Chippendales, sondern die große Völkerwanderung der Israeliten in das heutige Israel. Das war vielleicht ein logistisches Ereignis. Selbst ein Meer musste sich der Macht beugen und leerebben. Aber bevor diese Landflucht einsetzte gab es erst mal Terror.

Das kennen wir ja heute noch. Nur ist da der Terror meist, weil niemand der beteiligten Parteien ausziehen oder sich verkrümeln will. Nordirland, Nahost (ok, das hält sich jetzt wie Schweißgeruch in einem Polyesterhemd), Amerika, eigentlich überall. Vielleicht nicht in der Antarktis, aber da ist es ja eh zu kalt zum Nachschauen.
Jedenfalls machte sich Moses auf, um mit seinem Volk auszuziehen in ein besseres Land. Damals gab es noch kein Asyl- und Einwanderungsgesetz, das ihm dies verwehrt hätte, aber es gab ein Auswanderungsgesetz, das Sklaven, und das waren die Hebräer nun mal, das Auswandern verbot. Wo kämen wir denn hin, wenn man seine Arbeitskräfte einfach ins Ausland verlagerte? Aus begreiflichen Gründen fanden das die Hebräer ungerecht und doof. Nun hatten sie durch Zufall einen guten Draht zu Gott, wahrscheinlich war Gott damals Mitglied in so einer Strickbloggerinnengruppe oder öfter mal für Falafel in Kairo. Ergebnis war, dass Gott sich auf die Seite der Hebräer stellte und den Ägyptern mal ein paar Plagen um die Ohren schlug.

Anfangen tat sie mit der Auswaschung von eisenoxydhaltigem Material im Nil, das eine Umweltkatastrophe auslöste. Im blutroten Wasser trieben die toten Fische. Ganz wie in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts im Rhein geschehen. Und bei kleineren Zwischenfällen in Basel immer noch. Aber die Regierung, wie in den meisten Fällen, ließ sich nicht beirren.
Im zweiten Schritt folgte eine Überpopulation von Fröschen, da die im Wasser verendeten Fische den Froschlaich nicht rechtzeitig dezimiert hatten.
Dritter Schritt war, nachdem die Frösche verendet waren, eine ebenfalls aus dem gestörten Ökogleichgewicht hervorgehende Stechmückenplage. Gefolgt von einer Stechfliegenplage.
Diese verursachten eine Infektion des Viehs, welches darauf starb. Als Viehpest ging dies in die Geschichte ein. Verwesende Kadaver sorgten für weitere Krankheiten, die in der Folge als Blattern interpretiert wurden. Danach noch ein wenig Hagel, Heuschrecken, Finsternis und Säuglingssterben, und schon war der Weg frei.

Als Wegmarke ihres Auszugs diente ihnen ein Meteoriteneinschlag, anhand dessen Rauch- und Feuersäule sie sich orientierten.
tbc.

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