Das nagelneue Testament

21. Januar 2009

Der fünfte Tag – nicht nur der apostolische Pathologe hat’s vom Vögeln

Filed under: Erster Teil — nagelneuestestament @ 13:45

Bevor Gott das Land schuf (Kontinente gab es damals noch nicht so richtig, Inkontinente dafür meer), war es ja überall nass. Und so fing sich Gott, das übrigens sächsisch sächlich war, eine nette Erkältung ein. Er musste fürchterlich niesen.

Und so kam es, dass etwas Nasenrotz auf seinem Hausschuh landete. Das war etwa 600.000 vor Christus. „Oh“, dachte Gott, „so schön grün wie die Pflanzen! Aber es bewegt sich auch irgendwie.“ Und er nannte das grüne, sich bewegende Etwas Pantoffeltierchen, da es sich auf seinem Pantoffel befand.

Später, während der großen babylonischen Sprach- und Rechtschreibreform wurde aus dem Pantoffeltierchen übrigens das Kartoffeltierchen, und in Anpassung der örtlichen Gegebenheiten der Kartoffelkäfer.

Jedenfalls dachte Gott, „ich mach erst mal Einzeller. Die gehen einfach, und wenn mal was kaputt geht, dann kann man es schnell reparieren. Ich fang mal mit Amöben und Bakterien an.“ Auch heutzutage gibt es diese Verkaufsschlager noch, einige dürfen sogar Auto fahren. Geschlechtsmäßig war Gott noch nicht so bewandert, also erschöpfte sich seine Experimentierwut in einfacher Zellteilung.

Edit 1: weiterfabuliert von Apostulata J.
Auf der To-Do-List fuer den fuenften Tag standen noch maritime Elemente, aber Gott wollte zunaechst mit Voegeln anfangen.

Die erste Kreatur war schnell entwickelt, Vogel 1.0 mit einem ordentlichen Pace vom Himalaya geworfen, aber waehrend Gott die Flugbahn betrachtete, kamen ihm erste Zweifel. Als Vogel 1.0 auf der Erde auftraf und das ungebremst, fiel ihm ein, dass das Model Pinguin ja gar nicht dafuer vorgesehen war, sondern eher fuer das Maritime. Pech fuer Vogel 1.0.

Fehlschlaege steckte Gott nach langtaegiger Erfahrung schnell weg, Hochleistungsschoepfen war fuer den Nachmittag Pflicht. Killerwale, Engelhaie, Riesenkraken und fuer jede Spezies die passende Spezies zum Essen = volles Programm. Willy hatte zu der Zeit auch noch eine erigierte Rueckflosse, also das war definitiv kein Konstruktionsfehler. Fliegende Fische, lachende Fische, Plattfische, langsam kam Gott in Fahrt, schon fast entfesselt fuellte er das Meer auf. Ob da fuer Voegeln ueberhaupt noch Zeit bleiben wuerde?

Edit 2: Die pathologische Kapitelergänzung

Als Gott die Flugbahn von Vogel 1.0 verfolgte, kam ihm ein Ausdruck in den Sinn, der viel, viel später im Golfsport noch einmal dieselbe Bedeutung bekommen sollte: das war ein Eagle. Nach einiger Überlegung kam Gott darauf, dass wohl irgendetwas wichtiges an seinem Entwurf fehlte. Und so schob er, neben Pinguin, auch die Entwürfe Strauß, Emu, Dodo und Kiwi in die Kiste zur Wiedervorlage.

Beim Schöpfen der Wassertiere hingegen entwickelte er einen solchen Eifer, dass er etwas den Überblick verlor. So tummelten sich neben Shrimps und Garnelen, Hummern und Krabben plötzlich unzählige Heringe, Kabeljau, Dorsche, Haie und Rochen im Wasser. Irgendwann wurde es dann ein wenig eng.

Da ihm aber die Anstrengung zur Schöpfung von Erde 2.0, eigentlich Ozean 1.0, schlichtweg zuzviel war, ließ er die Schwimmer machen, was sie wollten. Als Konsequenz wurden die Schwächsten von den Stärkeren an Land geschubst. Nun ist es ein wenig mühsam, sich auf Flossen über Land zu bewegen, Lungenfische können noch heute davon ein Lied singen. Also nahm sich Gott seinen göttlichen Schraubenzieher und schraubte den armen Viechern Beine an. Nur bei den Aalen, da waren ihm die Beine ausgegangen. Da entschied er, dass diese vorläufig erst einmal als Schlangen unterwegs sein sollten.

Einige seiner prähistorischen Schöpfungen wiesen allerdings noch ziemliche Defizite auf, hatten aber nicht das Glück, in die Wiedervorlage zu kommen. So der Brontosaurus Rex, ein fleischgewordener SUV mit viel zu hohem Verbrauch und minderer Performance. Solche Fehlentwicklungen ließ Gott dann nach ein paar Jahrmillionen aussterben, die Unterhaltskosten wurden einfach zu hoch.

Irgendwann dachte sich Gott dann: „Ok, dann will ich mal ein Gegenstück von mir basteln“, und machte sich an die Arbeit. Fell und Haare hatte er noch im Überfluss, aber die ersten Modelle sahen immer noch stark nach Affe aus. Speziell eine Serie, die er „Pavian“ nannte, hatte das Pech, kurz vor der Mittagspause entwickelt worden zu sein. Als es der Hunger trieb, schob Gott die frisch geschöpften Paviane für seinen Teller Ursuppe mit Manna zur Seite, allerdings ohne zu bedenken, dass das frisch aufgetragene Fell an einigen Stellen noch nicht trocken war. So schrubbte er den armen Viecherln beim Über-den-Tisch-schieben kurzerhand an der Sitzfläche alles blank, die rauhe Tischfläche tat ihr übriges. Seitdem rennen Paviane mit rotem Hintern durch die Gegend.

Und dann tat Gott noch etwas, was bis heute niemand wusste, außer uns, den wahrhaftig göttlich eingegebenen Erzählern: er schuf das Ei, aus dem die Henne schlüpfte. Und ein zweites, woraus ein Hahn hervorging. Eigentlich ganz viele Eier, denn sonst wäre dass ganze Geflügel schon längst an Inzucht eingegangen. Somit wäre auch diese Frage geklärt.

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