Das nagelneue Testament

21. Januar 2009

Der dritte Tag – geschrieben von Apostelin Jekylla

Filed under: Erster Teil — nagelneuestestament @ 13:11

Als es wieder Licht wurde ?und erstaunlicherweise ging das einfach so, ohne dass Gott ueberhauptet was machen musste- sah er das Problem. Ueberall Wasser. Wo man, also Gott, hinsah, ueberall Wasser. Salzwasser, Suesswasser, nur kein Brackwasser, Bakterien waren ja noch nicht. Nun hatte er das ja aber schon Erde 1.0 genannt und nicht Wasser 1.0.

Da das Hochleistungsbaugewerbe ebenfalls noch nicht geschoepft war, suchte Gott nach dem Stoepsel, mit dem er das Wasser ablassen koennte. Aber auch den hatte er noch nicht geschoepft. Eigentlich hatte er vorgehabt, die Sonne erst am vierten Tag zu schoepfen, aber er brauchte sie eben dann einen Tag frueher.

Waehrend diese dann einen Teil der Wassermassen quasi turbotrocknete, ueberlegte sich Gott schon, was er mit all der trockenen Erde wohl am besten machen sollte. Als die Sonne fertig war, erblickte er braunes, trockenes Land. Und erinnerte sich an seine Gelueste des Vorabends. Pflanzen! Erstens waere alles schoen gruen und zweitens auch nuetzlich.
Gott schuf sofort einen Spiegel, auf dass er sich selbst zuprosten konnte wegen dieser glaenzenden Ideen.
Nachdem Gott diverse Gruenpflanzen auf der trockenen Erde verteilt hatte, fiel ihm ein, dass er fuer einen spaeteren Zeitpunkt auch noch Fruechte brauchen wuerde. Und Gemuese. Gedacht, gegottet.

Langsam fand er diesen dritten Tag sehr anstrengend. Er sehnte sich nach seinem Chefsessel, einem Cocktail und etwas Ruhe. Die Woche hatte eigentlich gang gut angefangen, aber es begann in Arbeit auszuarten.
Er ermahnte sich, unbedingt an die Schoepfung von Gewerkschaften zu denken. Zu gegebener Zeit.

Edit 1: erzaehlt vom pathologischen Apostel
Zeit. Genau, das war das Stichwort. Eine kleine Ewigkeit hatte Gott an seinem kleinen Projekt herumgespielt. Aber wie lange schon? Rechnete sich das überhaupt, oder zeigte die Kosten-Nutzen-Analyse, dass hier fehlinvestiert wurde? Was waren das überhaupt für Wörter? Sprache? Gab es die schon? Jedenfalls machte sich Gott Gedanken darüber, die Zeit zu erfinden. Wieviel davon? Nun ja, das war Gott relativ egal. Und damit legte er den Grundstein für die Relativitätstheorie.

Das mit dem Land war keine schlechte Idee, fand Gott, als seine Socken das erste mal trockneten. Auch dieses nasskalte Gefühl am Hintern wich irgendwann wohliger Trockenheit. „Ich glaube, das mach ich öfter“, dachte er sich, und schaufelte noch ein paar Inseln ins Wasser. Durch den exzessiven Oblatengenuss der letzten Tage, vermischt mit verdauungsfördernder Ursuppe, entwich ihm ein lauwarmes Windchen, welches noch einige feste Bestandteile enthielt. So entstand der Himalaya.

Einen positiven Nebeneffekt hatte der göttliche Furz auch noch. Wunderte sich Gott doch, dass seine frisch geschöpften Pflanzen nach kurzer Zeit die Blätter hängen ließen und unappetitlich braun wurden. Klar, ihnen fehlte es an Luft und Stickstoff. Und so verteilte sich die göttliche Flatulenz in alle Ecken der Erde, und nachdem der üble Geruch erst einmal verflogen war, hatten die bedauernswerten Pflanzen die Möglichkeit, den stickigen Mief in sauberen Sauerstoff zu verwandeln.

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