Das nagelneue Testament

21. Januar 2009

Das letzte Abendmahl

Filed under: Erster Teil — nagelneuestestament @ 14:56

Es begab sich aber, dass Jesus sich dachte: nun ist bald Schluss mit lustig.

Der Verein, den ich gegründet habe, hat inzwischen schon 12 Vorstandsmitglieder, und auch die Zahl der Kleinaktionäre ist doch recht schnell angestiegen. Die Investitionen aber, die wir in die Immobilienhedgefonds in Israel gesteckt haben, erweisen sich als äußerst kritisch, jetzt, da die römischen Besatzungstruppen nicht abziehen wollen. Das kann nicht mehr lange gut gehen, der Index an der jerusalemischen Kamel-, Ziegen- und Lehmhüttenbörse ist schon ziemlich in den Keller gegangen, meine Aktion der Aussetzung des Handels im Tempel damals hat auch schon einige Zähler gekostet. Ich hoffe ja nicht, dass mich die Investoren deshalb ans Kreuz nageln wollen. Aber was mache ich nun mit den Einlagen am besten, bevor die Gläubiger kommen? Ich denke, ich sollte eine Vorstandssitzung einberufen, um die momentane Geschäftssituation zu analysieren, neue Milestones festzulegen und, neben einer neuen Corporate ID, auch noch den Shareholder Value zu definieren und fein herauszuarbeiten.

Und so geschah es: In einem internen Memo lud Jesus die Vorstandsmitglieder der Christian Housing Association for Oriental Supplies and Terrestrial Rural and Urban Public Partnership Execution, abgekürzt C.H.A.O.S.T.R.U.P.P.E., zu einem Geschäftsessen beim Palästinenser am Eck ein. Als erste Handlung ließ er eine Teilnehmerliste rumgehen, damit er das Essen auch steuerlich absetzen konnte. Er wusste genau, dass dies die letzten Einlagen seiner Aktionäre waren, die er gerade jetzt verprasste. Danach wurde aufgetischt. Vom Feinsten. Getrüffelte Gänseleber, russisch-orthodoxen Kaviar, Shrimps, Fattouch, Salatat Aswad, Labneh, Hommous, Shish Kebap und was die Küche noch so herzugeben wusste. Während des Gelages wurden die neuen Geschäftsziele festgelegt.

So sollte ein CFO, ein Chief Financial Officer, die Anlegergelder eintreiben. Da man das ganze möglichst steuerfrei kassieren wollte, wurde bestimmt, dass der Sitz des Inkassobüros im Ausland liegen musste. Zur damaligen Zeit, die Welt war noch nicht vollständig entdeckt, waren die Caimans noch ein ziemlich weißer Fleck außerhalb der Landkarte. Auch Liechtenstein bestand nur aus schroffen Berghängen in den helvetischen Alpen, es gab noch nicht einmal einen anständigen Grenzübergang, da es auch noch keine Abgrenzung gab. Also entschied man sich, etwas Brachland im römischen Reich anzukaufen und dort eine Art Botschaft zu errichten. Mit eigenen Gesetzen. Und, das war das Wichtigste, steuerfrei gegenüber der restlichen Welt. Der erste Botschafter, der dort eingesetzt wurde, war ein griechischer Freelancer, Vasili Timotheus Kandaris, der schon erfolgreich die Buchführung bei einem griechischen Olivenöltankerbaron, einem Herrn Onassis, gemacht hatte. Dieser griechische Freelancer war es auch, nach dem die Botschaft benannt wurde. Nun war es zur damaligen Zeit ziemlich teuer, Steinplatten meißeln zu lassen, auf denen der Name der Enklave stand. Und daher entschloss man sich, den Namen abzukürzen. Und so stand dann auf den Schildern nur: Va.Ti.Kan. Aber das sei nur am Rande bemerkt. Allerdings funktioniert das Inkassounternehmen bis heute problemlos, zur Tarnung werden die Einnahmen als „Spenden“ deklariert.

Gegen Ende des Gelages, spät in der Nacht, war Jesus nach Inaugenscheinnahme der Rechnung dann klar, dass dies das letzte Abendmahl war, an dem er und die Jungs teilgenommen hatten. Alle Platten leer, nur noch trockenes Brot und Reste vom Wein waren übrig. Und da kam ihm dann die Idee, dass sich alle an dieses eine Abendmahl erinnern sollten. Er nahm das trockene Brot und sagte den Vorstandsmitgliedern, dass sie bei Ansicht solcher Fladen immer an ihn denken sollten. Bei Schwarzbrot indes an Barack Obama und bei Weißbrot an Eminem. Was allerdings die Jungs, so angesoffen wie sie waren, schnell wieder vergaßen. Dann schenkte er den letzten Roten aus und wiederholte sein Sprüchlein, wobei ihm allerdings für Weißwein und Rosé selbst keine Vergleiche mehr einfielen.

Kurz darauf kam dann die Steuerbehörde vorbei und machte den Laden dicht, verhaftete ihn als Vorstandsvorsitzenden und verurteilte ihn zu einer Kreuzfahrt. Oder so.
Heutzutage kann das nicht mehr passieren, da öffentliche Kreuzigungen verboten sind. Dafür werden die Angeklagten dann großzügig abgefunden und müssen mit dem psychischen Druck als Strafe leben, die ganze Abfindung wieder auszugeben.

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2 Kommentare »

  1. Hallo ihr Verfasser der neuen Bibel!

    Klar gibt es hier Kommentare, die von Euch aber,weil Sie Euch nicht gefallen, wieder entfernt werden.
    Ach und übrigens, meine Emailadresse ist auch nur erfunden, nicht dass noch irgend so ein armes Mädchen, wegen mir, von Euch Schimpfe bekommt. Was seid Ihr eigentlich für ein Laden ? Ich sag`s doch, 3 kleine, äh große Sechser am Hals ? Verarscht Euch doch selber und nicht die Bibel. Noch einmal, würdet Ihr den Koran und Mohamed veraraschen, würdet ihr keine Ruhe mehr finden. Da ist ja leider Deutschland zu doof, dass sie solchen wie Euch, das Maul verbieten, schade !
    Tja und jetzt, wenn ich die E-Mail schicke, wird sie … huch, wieder von Geisterhand gelöscht, was ? Ihr seid ja zu feige, diese so stehen zu lassen.
    Es muss doch scheiße sein, so wie Ihr durch das Leben zu laufen und so einen Müll zu verfassen. Habt Ihr denn nichts anderes zu tun ? Ach so, damit verdient man Geld – aha ! Könnt Ihr Geld mitnehmen, wenn ihr gestorben seid ? Denke mal an Judas, der hat Jesus auch verratent, dafür 30 Silberlinge bekommen und dann hat er sich selbst aufgehangen, weil er sich so dafür schämte.
    Irgendwie verrätst Du Gott auch, igitt !
    He, wir Menschen haben eine Seele,… noch einmal, Du auch !
    “ Nee, glaub ich nicht, glaub ich nicht ! “ , wirste jetzt denken.
    Kannst Du überhaupt denken ? Hast Du so kleine Gehirnzellen in Deinem Schädel, oder hast Du den nur auf, damit es nicht reinregnet ?
    Puh, an Deiner Stelle möchte ich nicht sein, ich sags ja, vielelicht vergibt Dir Gott dein blödes Geschwätze, ich würde es mal mit einem Umkehrdenken versuchen.
    Babsi ( Brauchst aber keine E-Mail an mich senden, weil die Adresse verlogen ist, so wie Dein Müll hier )

    Kommentar von Babsi — 1. September 2009 @ 10:53

  2. Schau an, Babsi wieder. Kommentare werden hier natuerlich veroeffentlicht. Und sogar beantwortet. Nur muss man dafuer auch lesen koennen, nicht wahr? Aber es scheint mir (und das ist keine Erscheinung, die irgendwann mal als Wunder verifiziert werden wird), dass Sie, Babsi, gewisse Findungsschwierigkeiten besitzen. Ewig auf der Suche und noch nicht gefunden. Den alten Kommentar beispielsweise. Gut, man kann ja auch in eine Kirche gehen und versuchen, sich dort zu finden. Und wenn man sich gefunden hat, dann auf die Suche nach seinen Kommentaren gehen. Suchet, so werdet ihr finden, heisst es. Also, Babsi, dann suchen Sie mal. Oder schreiben Sie sich das naechste Mal auf, bei welchem Beitrag Sie kommentieren.
    So. Nun zum Kommentar: Es muss doch scheiße sein, so wie Ihr durch das Leben zu laufen und so einen Müll zu verfassen. Habt Ihr denn nichts anderes zu tun ? Es gibt sehr viele Menschen, die durchs Leben laufen und Muell verfassen. Politiker beispielsweise. Die, die das Internet verbieten wollen. Oder selbsternannte Polizisten, die natuerlich genau wissen, was Recht und Unrecht ist. Ob diese Polizisten nun ihre Meinung durch einen kleinen, militaerischen Besuch in einem mehr oder minder entfernten Land durchfuehren oder Kommentare schreiben, sei einmal dahingestellt. BEi Ihnen, Babsi, fehlt die Reflektion auf das, was Sie lesen. Bestimmt glauben Sie auch, dass der Mensch dereinst aus Lehm geschaffen wurde. Und dass der Papst unfehlbar sei. Hinterfragen? Pfui baeh! Das war schon immer so und das bleibt so. Wissen Sie, wenn es nur Menschen mit ihrer Denkweise gaebe, dann haette Amerika keine Probleme. Es waere naemlich nie entdeckt worden. Flugzeuge? Der Mensch kann nicht fliegen, das ist so. Niemals. Telefon? Elektrizitaet? Medizin? Wozu? Der Mensch ist schon immer an Grippe gestorben, warum hinterfragen und eventuell ein Medikament finden?

    Denken, ja Babsi, das kann ich. Und das beweist sich genau hier, in dem von Ihnen „verlogenen Muell“ genannten Weblog. Ich denke, ich hinterfrage. Ich wundere mich. Ueber Menschen, die nichts besseres zu tun haben, als einer Religion hinterherzulaufen. Einer These, die irgendwann von jemandem aufgestellt wurde und unbeweisbar ist. „Schlagt eure Stirn an eine Steinmauer, bis es blutet! Denn nur so kann Gott eure Gedanken empfangen. Durch das Anschlagen des Hirns transferiert ihr die Gedanken in die Mauer, die durch ihre Schwingungen eure Gedanken ins Firmament schickt und so Gott hoerbar macht!“ Wuerden Sie das machen? Nein, wahrscheinlich nicht, nur weil ich es sage. Aber wenn das jemand vor 2000 Jahren gesagt haette, dann haette das ja historischen Bestand, dann waere daran nichts zu ruetteln, oder? Ueberlegen Sie mal, wenn Sie das ueberhaupt wollen: wo sonst bekommt man fuer sein freiwillig(!) abgegebenes Geld noch Versprechen verkauft? Ohne Gegenleistung?

    Na ja, aber Sie, Babsi, werden diese Antwort ja sowieso nicht lesen. Wenn Sie sie ueberhaupt finden. Und ueber das Verstehen reden wir ein anderes Mal.

    Kommentar von nagelneuestestament — 1. September 2009 @ 12:09


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