Das nagelneue Testament

21. Januar 2009

Das babylonische Sprachgewirr – apathologische Übersetzung

Filed under: Erster Teil — nagelneuestestament @ 14:48

Während sich in allen Ecken und Enden der Welt die Menschen, unbeeindruckt vom letzten Meteoriteneinschlag, der auch unter dem Namen „Arche-Noah-Armageddon“ bekannt wurde, wie die Karnickel vermehrten, mussten sie sich dafür ja auch irgendwie unterhalten. Denn:

Wer f**en will, muss freundlich sein, heißt es ja. Und dafür ist so eine ausgefeilte Sprache recht hilfreich. „Ich Tarzan, du Jane, wir bumm-bumm“ geht vielleicht beim ersten Mal, oder bei einer geistig recht verschonten Jane mehrfach, aber die Frauen der damaligen Zeit stellten schon recht hohe Ansprüche.

Nun stellte sich allerdings bei einigen Nomadenvölkern heraus, dass die Damen anderer Gegenden so gar nichts mit den Anbandelungssprüchen der fremden Herren anfangen konnten, mangels Sprachkenntnissen. Zwar war die grobe Zielrichtung der Ansprache klar, nachdem die Herren ihren verbalen Ergüssen eindeutige Taten folgen ließen, dennoch musste dieser unverständliche Zustand der Mitwelt erklärt werden. Denn nicht gerade wenige Weltreisende der damaligen Zeit verloren dank ihrer Libido im besten Fall ein Ei, im schlimmsten aber ihr Leben.

Man kam nun darauf, das Ganze mit einer Geschichte um versteckte Massenvernichtungswaffen einen Turmbau zu kaschieren. Babel sollte die Stadt sein, in der die Menschen ihren ersten Anlauf zur Erstellung eines World Trade Centers nahmen. Aber, wie es bei einem solchen Projekt immer ist, man verstieg sich immer wieder in Diskussionen und Babbeleien. Hier ein Dachreiter, dort gotische Fensterbögen, aber das harmonisiere nicht mit der offenen, lichtdurchflutenden Architektur, ein weiterer Architekt wollte eigentlich einen Lehrter Bahnhof, man sprach und redete durcheinander, und niemand hörte dem anderen zu.

Hieraus schöpfte man nun den Begriff der babylonischen Sprachverwirrung, die auch heutzutage immer wieder in Chefetagen auftritt. Speziell, wenn Berater mit im Spiel sind. Denn diese raten eben nur, was die Chefs denn eigentlich gesagt haben wollten, formulieren dies in nette, unverständliche Schachtelsätze um, bauen eine kleine Powerpointpräsentation außen herum und verkaufen das dann als ihre eigene, teure Idee.

Und somit machte sich Gott auf, bahnbrechende Inhalte zu generieren und sich selbst in neuen Konzepten wiederzufinden…

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