Laut Bibel trennt sich nach dem Tode die Seele vom Leib und begibt sich, je nach Vorleben, auf direktem Wege entweder in den Himmel oder in die Hölle. (Das Fegefeuer hat ja Benedikt 16 neulich erst abgeschafft).
Nun wir die Hölle ja als Ort beschrieben, an dem es heiß hergeht. Feuer allüberall, Qual, Pein und Schmerz. So weit, so gut. Mein Gedankengang ist aber nun: womit spüre ich Schmerz und Pein? Mit den Nerven meines Körpers? Oder mit meiner Seele? Ich tendiere zu Ersterem. Denn wenn ich operiert werde und zuvor eine Betäubung erfahre, dann wirkt diese auf meinen Körper, nicht auf meine Seele (sofern ich eine besitze. Der Beweis der Existenz der Seele allgemein steht auch noch aus, soweit ich weiß). Ergo ist die Seele wohl, wie auch das Hirn übrigens, schmerzbefreit.
Wenn ich also am Ende meines Lebens in eine Gegend komme, in der die Durchschnittstemperatur dem Normalsterblichen bereits heftigste Schweißausbrüche verschafft, schert sich so eine Seele – wohl auch mangels Masse – kaum darum. Nadelstiche, Schnitte, Prügel: für eine Seele wohl eher unbeeindruckend. Ebenso dann der Himmel mit all seinen schönen Dingen. Denn wenn mein Körper irgendwo in der Erde vermodert, einige meiner Organe in anderen Menschen weiterhin ihr Werk tun, oder der Rest einmal kurz eingeäschert wurde, dann sind meine Augen nicht da, um weder Gott noch den Teufel zu sehen. Meine Ohren können nicht das Heulen und Zähneklappern aus Matthäus 13, 42 hören, selbst meine Zähne zum Mitklappern habe ich nicht dabei. Die liegen dann wahrscheinlich noch im Wasserglas auf dem Nachttisch. Hunger? Durst? Für eine Seele? Dann hätte ich doch gerne gewusst, wie die Verdauung solch einer Seele ist. Und wo in Himmel (oder Hölle) die Klos sind. Ach nee, Hölle braucht keine Klos, da ja dort Hunger und Durst gebräuchliche Folterwerkzeuge sind.
Also, was ist dann noch erstrebenswert am “Leben nach dem Tode”?
Sehr geehrtes Nagelneues Testament, Sie werden doch wohl nicht ernsthaft anzweifeln, dass es eine Hölle gibt? Den Beweis liefert uns doch gerade wieder ein isländischer Vulkan, der entlässt Abgase der Hölle und ihrer Bewohner. Allerdings muss man nun zwischen Rauchern und Nichtrauchern unterscheiden. Während für Raucher die Hölle nahezu Himmel auf Erden ist, wird die Hölle dem Nichtraucher zur Hölle. Der Qualm da macht ihm förmlich die Hölle heiß. Aber er hat es schön warm.
Was man von den Himmelsbewohnern nicht sagen kann. Da ist zwar bis in einer gewissen Höhe frische Luft, aber bereits in 11 Kilometern Höhe herrscht eine Temperatur von minus 60°Celsius! Nichts da mit anheimelndem Gekuschel in wohliger wärme. Und dann noch nicht mal Zähne zum Klappern. Schöne Scheiße.
Kommentar von Frankie — 26. Mai 2011 @ 12:49
Gut überlegt Frankie, aber ich fürchte Du irrst. Im Himmel ist es nämlich heisser als in der Hölle. Wenn man mal staunen möchte:
http://www.scientific.at/jokes/joke-43.htm
Kommentar von dulsbergnord — 9. Juni 2011 @ 17:20
Kein Wunder, dass es keine schriftlichen Unterlagen als Beweis Gottes gibt, weder seinen Pass, noch seine Geburtsurkunde. Lesen wir doch hier, dass Papier bereits bei 185 Grad Celsius seinen Flammpunkt hat, die Zündtemperatur hingegen liegt bei 440 Grad Celsius. Somit ist es theoretisch möglich, dass der Teufel noch über Papierlisten seiner Hölleninsassen verfügt, während Gott sich ganz auf sein Gedächtnis verlassen muss. Wir wissen ja auch, dass Computer bei solch einer Hitze ebenfalls versagen. Derartiges Wissen vorausgesetzt müssen wir leider davon ausgehen, dass der Himmel inzwischen überbevölkert ist, da eine brandschutztechnische Maximalbelegung aufgrund fehlender Inventurlisten bezüglich der Besiedelung nicht nachgeprüft werden kann. Die Hölle indes kann aufgrund ihrer Listen eine ökonomische Personalpolitik fahren und bei Überfüllung schließen. Oder eben auslagern. Es gibt inzwischen auf der Erde viele Gegenden, die zur Auslagerung von Sündern genutzt werden, darunter fallen die Bronx, Vorstandsetagen und der Vatikan. Auch wurde vereinzelt von Sündervorkommen in Flensburg berichtet, eine entsprechende Kartei wurde eingerichtet.
Wenn man nun diese wissenschaftlich erbrachten Umstände betrachtet, so erscheint es, als ob schonendes Dampfgaren als Höllenqual gesehen wird, während die schnelle Verkohlung als anstrebenswertes Ziel propagiert wird. Steckt da etwa die Köhlerunion dahinter?
Kommentar von nagelneuestestament — 9. Juni 2011 @ 18:19